17.01.2012 16:22 |

Fall für Ombudsfrau

Milch als Therapie, doch Krebs-Patient muss Stall abreißen

Oh, du glückliches Österreich hast keine größeren Sorgen als einen Ziegenstall ohne Baubewilligung. Während übers Sparen, die Schuldenbremse etc. diskutiert wird, beschäftigt die Behörden in Oberösterreich seit Jahren der Fall eines Krebskranken, der für seine "Therapeuten" einen Stall errichtet hat...

Krebspatient Helmut Höller hat zwei ganz besondere "Therapeuten", die ihm bei der Überwindung einer sehr schweren Krankheit helfen: Ziegen. "Seit ich die Tiere habe, geht es mir viel besser. Die Nebenwirkungen der starken Medikamente sind so gut wie verschwunden und sogar die Krebszellen auf null gesunken", schildert der Oberösterreicher. Vorher hat er ans Aufgeben gedacht, weil die Nebenwirkungen so schwer waren.

Klar, so eine Ziegenmilch-Therapie ist medizinisch nicht anerkannt. Aber Herrn Höller hat sie geholfen. Und damit es seinen erfolgreichen "Therapeuten" gut geht, hat Helmut Höller im Grünland einen rund 28 Quadratmeter großen Holzstadl errichtet. Dort finden die Tiere bei schlechtem Wetter Unterschlupf und das selbst gemähte Futterheu kann trocken gelagert werden. Obwohl der Stadl kein betoniertes Fundament hat, sondern auf Steinen steht, ist er den österreichischen Behörden ein Dorn im Auge. Herr Höller hat den Stadl ohne Bewilligung errichtet. Deshalb muss das Gebäude nun weg, so will es das Gesetz.

Wäre Herr Höller Landwirt und würde mit seinen Ziegen Gewinn erzielen, dürfte der Stadl bleiben. Für diesen Fall sieht das Gesetz eine Ausnahme vor und die Bewilligung für einen Stall – im Grünland – wäre kein Problem, ließ die Landesregierung auf Anfrage ausrichten. So beharren die Behörden aber auf dem gültigen Abrissbescheid. Diese Sturheit macht deine Ombudsfrau zornig. Ist bei den Behörden kein Platz für Menschlichkeit? Natürlich müssen Gesetze eingehalten werden, aber wo ein Wille, da ist ein Weg! Oder?

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