Kritiker schwänzte

Babler bei der Roten Nacht in Linz gefeiert

Oberösterreich
06.07.2023 20:36

Beim prestigeträchtigen SPÖ-Event in Linz war am Donnerstag der neue Bundesparteichef zu Gast. Dass er dort auch auf hochrangige parteiinterne Kritiker treffen sollte, machte den Abend brisant. Doch dann kam alles ganz anders.

Eine Fahrt nach Linz wird für Andreas Babler vermutlich immer einen schalen Beigeschmack haben: Die grotesken Umstände, unter denen er hier vor gut einem Monat zum SPÖ-Bundesparteichef gewählt wurde, bleiben unvergessen.

Freundschaft?
Am Donnerstag war es wieder so weit: Babler kam nach Linz, um dem Sommerfest des Bunds Sozialdemokratischer AkademikerInnen am Linzer Schloss beizuwohnen. Mehr als 800 Genossen wurden erwartet. Und auch wenn der übliche Gruß unter Sozialdemokraten „Freundschaft“ lautet - man nahm an, Babler werde auch auf Genossen treffen, die ihm weniger freundlich gesinnt sind.

Großer Kritiker Luger
Bekanntermaßen hatten die Parteigranden Michael Lindner (Chef der Landes-SP) und Klaus Luger (Linzer Bürgermeister) Bablers Widersacher Hans Peter Doskozil als neuen Parteivorsitzenden favorisiert. Während Lindner gleich nach Bablers verkorkster Kür die Seiten wechselte, bleibt Luger standfest. Medien berichten über seine Kritik an Bablers liberaler Einstellung zu Tempo 100 und den Klimaklebern, aber auch an der Idee, künftig Koalitionspakte von der Basis abnicken zu lassen.

Bezirkstour wird terminisiert
Kam er also mit einem mulmigen Gefühl nach Linz? „Überhaupt nicht, beim Landesparteitag gab es zuletzt einen herzlichen Empfang“, sagt Babler. In Sachen Modernisierung des Parteistatuts sei die SPÖ OÖ ein Vorbild, und er werde auch im Rahmen seiner geplanten Bezirkstour immer wieder gerne nach OÖ kommen – einen Terminplan dazu wolle er noch im Juli präsentieren.

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Ich hab’ die Medienberichte gar nicht gelesen. Wichtig ist, dass wir gemeinsam an neuen inhaltlichen Positionierungen arbeiten.

Andreas Babler, SPÖ-Bundesparteivorsitzender

„Hab die Berichte gar nicht gelesen“
Einen Zwist mit Luger wischt er vom Tisch: „Ich hab’ die Medienberichte gar nicht gelesen. Wichtig ist, dass wir gemeinsam an neuen inhaltlichen Positionierungen arbeiten.“ Und hier ziehe man beim „derzeit wichtigsten Thema“, dem Kampf gegen die Teuerung, an einem Strang. Zudem sei die Demokratisierung der Partei ein gemeinsames Ziel. „Wir arbeiten an einer Lösung, die alle mittragen. Ich bin da zuversichtlich und ergebnisoffen.“

Debatte über Klimakleber
Dass Luger die Klimakleber scharf kritisiert, sieht Babler auch nicht als große Bruchlinie: „Die Frage, welche Aktionsform gewählt wird, ist ja berechtigt. Aber ich verstehe die Anliegen junger Menschen, die sich Sorgen um die Zukunft des Planeten machen.“

Luger schwänzte
Und wie verlief die direkte Konfrontation, auf die viele bei der Roten Nacht so gespannt gewartet hatten? Auf der Einladung für die 17. Auflage am Schlossberg Linz stand SP-Stadtchef Klaus Luger noch, gleich hinter Landesrat und Landesparteichef Michael Lindner. Doch der Linzer Bürgermeister kam nicht - angeblich eine Terminkollision. Die anwesenden roten Granden kommentierten dies nicht, stellten sich lieber für ein Selfie um den neuen Bundesvorsitzenden Andreas Babler, der von 800 Gäste mit tosendem Applaus empfangen wurde.

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