Auf Krücken humpelt der Invalide in den Verhandlungssaal am LG Feldkirch. Dass er, der sich bei dem Vorfall im Mai nur vor dem aggressiven Kontrahenten schützen wollte, jetzt wegen gefährlicher Drohung angeklagt ist, kann der 73-Jährige nicht verstehen.
Das 20-jährige Opfer hatte ihn angezeigt, weil der Pensionist nach einer verbalen Auseinandersetzung einen Elektroschocker gezückt und ihn damit bedroht haben soll. Dem Streit vorausgegangen war der Umstand, dass das Auto des 20-Jährigen aufgrund einer gebrochenen Achse so auf der Fahrbahn lag, dass der Angeklagte mit seinem Pkw nicht vorbeifahren konnte. „I hob ean gfrogt, wos des soll? Wie er dann gsogt hot, dass de Achs brochen sei, hob i gsogt, dass er das Auto in dem Fall no amol putzen und dann in den See schmeißen kann“, erklärte der gebürtige Wiener.
Schlechte Erfahrungen als Taxler
Daraufhin sei der 20-Jährige ihm gegenüber aggressiv geworden und habe mit geballter Faust zu ihm gesagt, er solle die Fresse halten. Also habe er den Elektroschocker aus dem Handschuhfach geholt und auf den Beifahrersitz gelegt: „I woit nur, dass er sieht, dass i mi wehren kann. I wor viele Jahre Taxler. I kenn solche Typen wie den!“
Der Rentner bestreitet, den Elektroschocker aktiviert zu haben. Dem hält das Opfer entgegen, sehr wohl „lila Funken“ gesehen zu haben. Räumt jedoch ein, dass der Angeklagte die Waffe nicht in aktiviertem Zustand auf ihn gerichtet hätte. Für Richter Christoph Stadler steht am Ende fest, dass es damals für beide eine unangenehme Situation gewesen sein dürfte. Freispruch.








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