Was ist Schönheit? Diese Frage hat sich Choreografin Silvia Gribaudi für ihre Performance „Graces“ gestellt. Die Antwort ist unwesentlich, denn der Italienerin ging es am Freitagabend bei der Sommerszene in erster Linie darum, das Publikum gut und manchmal auch absurd zu unterhalten.
Körperformen jenseits der Norm sind es, die Gribaudi in ihrer Arbeit interessieren. Ihre eigene beschreibt die ehemalige Ballerina mittlerweile als aufgeplustert. Doch anstatt sich daran zu stören, macht sie daraus eine selbstironische Nummer und stellt ihren Körper und die ihrer drei männlichen Tänzer in verschiedenen Situationen unter Beobachtung - nur mit schwarzen Socken und Unterwäsche bekleidet.
Dabei geht es ihr nicht darum, den Schönheitsbegriff zu kritisieren, sondern ihn zu hinterfragen und humorvoll ad absurdum zu führen. Das Quartett macht dazu synchron Aerobic-Übungen, tänzelt mit Kunstblumen übersäht zu Walzerklängen über die Bühne oder steht an der Rampe und wirft dem Publikum Fragen, wie etwa nach der eigenen Zufriedenheit, entgegen.
Immer wieder gibt es dafür Szenenapplaus. Die Performance endet in einem Wasserballett, für das die Tänzer zuvor die Bühne mit ihren Trinkflaschen überflutet haben und wie ausgelassene Robben hin und her rutschen. Sinn macht das nicht unbedingt, aber jede Menge Spaß, und das Publikum riss es wortwörtlich von den Stühlen.
Larissa Schütz










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