Während der erst angeklagte Niederösterreicher Schritt für Schritt schildert, wie er und ein 49-Jähriger zusammen zwei Camper gestohlen und zum Verkauf angeboten hatten, spricht der von einem Auftraggeber, dem die beiden vollkommen hörig waren. Zu einer Verurteilung kommt es trotzdem.
„Ich hab nicht vorgehabt, ein Krimineller zu werden“ - Spielsucht, Drogenschulden und offene Unterhaltszahlungen hätten den 33-Jährigen dazu getrieben, mit seinem 49-jährigen Komplizen zwei Wohnmobile zu stehlen. Mit gefälschten Kennzeichen, Zulassungsscheinen und Papieren boten die beiden die Fahrzeuge dann im Internet zum Verkauf an. Sie waren immerhin über 112.000 Euro wert.
Auf frischer Tat ertappt
Bei einem der Wohnmobile klappte es: Um 50.000 Euro brachten sie es an den Mann. Der aber bei der Anmeldung feststellen musste, dass der Camper als gestohlen gemeldet wurde. Beim zweiten Mal wurden die Angeklagten „um Haaresbreite“ erwischt, schildert der Staatsanwalt im Landesgericht Korneuburg (NÖ). Der Kaufvertrag war nämlich schon aufgesetzt, es fehlte nur noch die Unterschrift. Bei dem 49-Jährigen zu Hause wurden dann zahlreiche Zulassungsscheine und weitere Papiere gefunden - im Spülkasten der Toilette.
Angsteinflößender Auftraggeber?
All das will er aber von einem Dritten bekommen haben. Einem „David“ der ihm jegliche Anweisungen gab, dem 49-Jährigen auch die Utensilien verschaffte. Und warum weiß der 33-Jährige von diesem Auftraggeber nichts, will die Richterin wissen: „Vielleicht hat er Angst“, so der Angeklagte.
Das glaubt ihm der Schöffensenat aber nicht: Für unter anderem die Einbruchsdiebstähle in die zwei Camper kassiert der fünffach vorbestrafte 49-Jährige fünf Jahre Haft. Sein reuiger Mittäter 30 Monate - davon 10 unbedingt. Er möchte sich nun vollkommen auf seine Familie konzentrieren, ab jetzt auch den Unterhalt für sein Kind zahlen: „Ich bin vorher nie kriminell gewesen! Diese letzten vier Monate haben mir die Augen geöffnet.“










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