Nach tödlichem Unfall

Italien will gefährliche Online-Challenges stoppen

Ausland
19.06.2023 13:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein fünf Jahre alter Bub ist vergangene Woche bei einem schweren Verkehrsunfall in Rom getötet worden. Verursacht wurde der Crash von einer Gruppe junger Erwachsener, die offenbar ihre Fahrt für eine sogenannte Challenge für YouTube filmten (siehe Video oben). Gegen derartig gefährliche Online-Challenges in den sozialen Medien will die italienische Politik jetzt vorgehen, mehrere Parteien fordern schwere Strafen für die Anstiftung dazu.

Die liberale Zentrumspartei Azione will dem Parlament zudem einen Gesetzentwurf vorlegen, um soziale Medien für Kinder unter 13 Jahren zu verbieten. Teenager zwischen 13 und 15 Jahren sollen nur mit Zustimmung der Eltern Zugang zu Social-Media erhalten, sagte Parteichef Carlo Calenda.

Alterskontrolle soll helfen
Als Grundlage dient ein Gesetz, das bereits in Frankreich verabschiedet wurde. Soziale Netzwerke sollen ein System zur Überprüfung der Identität der Nutzer einführen, forderte Calenda. Ziel sei es, Minderjährige zu schützen. In Italien liegt das Mindestalter für den Zugang bei 14 Jahren. Social-Media erlauben jedoch auch User ab 13 Jahren, wenn sie die Zustimmung der Eltern haben. De facto wird jedoch das wahre Alter in Italien nicht kontrolliert.

Kindergartenkind starb im Spital
Auslöser für die Debatte ist der tödliche Verkehrsunfall mit einer Gruppe junger YouTuber vergangene Woche, der für Aufsehen und Empörung sorgt. Bei einem Zusammenstoß am Stadtrand von Rom kam ein fünf Jahre alter Bub ums Leben. Seine dreijährige Schwester und die Mutter wurden schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht. Der Kleinwagen der Familie war in einem Wohngebiet mit einem Luxus-Geländewagen kollidiert. Das Kindergartenkind starb nach der Einlieferung ins Krankenhaus.

Keine Bremsspuren zu sehen
Der Lamborghini-SUV wurde nach bisherigen Erkenntnissen geliehen, um während der Fahrt YouTube-Videos zu drehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Fahrer wegen des Straftatbestands der Tötung im Straßenverkehr. Die YouTuber werden verdächtigt, wegen einer sogenannten Challenge, die gefilmt wurde, rücksichtslos und zu schnell gefahren zu sein. Auf der Straße seien keine Bremsspuren zu sehen gewesen, teilten die Ermittler mit. Die Polizei beschlagnahmte die Smartphones der Insassen des SUV, durch die die Gruppe möglicherweise abgelenkt war.

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