Gebirge und Meere erschweren Vögeln die Flucht vor dem Klimawandel. Wie eine Schweizer Studie zeigt, gelingt es vielen europäischen Vögeln nicht, ihren Lebensraum schnell genug in kühlere Gebiete zu verlegen. Gewisse Arten könnten dadurch gar vom Aussterben bedroht sein.
Natürliche Hindernisse haben der Studie nach einen Einfluss darauf, welche Distanzen die Vögel zurücklegen und in welche Richtung sie fliegen. „Wir wussten bereits, dass die Vögel ihren Lebensraum nicht schnell genug verlegen, um sich weiter in den für sie geeigneten Klimabedingungen aufhalten zu können. Jetzt haben wir einen Teil der Erklärung für dieses Phänomen“, sagte Studienautorin Laura Bosco. Das Forschungsteam griff auf Daten der Europäischen Brutvogelatlanten der 1980er-Jahre und der 2010er-Jahre zurück. Darin sind alle Vogelarten Europas enthalten.
Betroffen von den Hindernissen seien etwa Vögel in den Alpen, wie der Schneesperling, das Alpenschneehuhn oder der Bergpieper. Diese Arten ziehen es vor, in den ihnen bekannten alpinen Höhenlagen zu bleiben. Das Durchqueren eines tiefer gelegenen Tals kann für sie schwierig werden. Sorgen bereitet der Forscherin auch die Vogelwelt in Küstengebieten. „Die Vogelwelt in Küstengebieten besteht oft aus seltenen Arten“, sagte Bosco.
Zwei Drittel leben in kühleren Gebieten
Insgesamt sind in den vergangenen 30 Jahren zwei Drittel der europäischen Vogelarten in kühlere Gebiete gezogen. Sie leben heute durchschnittlich 100 Kilometer weiter nördlich oder östlich. Die Erkenntnis über natürliche Hindernisse sollen zum Schutz von Arten beitragen. Die Ergebnisse wurden vor kurzem im Fachblatt „Pnas“ veröffentlicht.
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