Dutzende Kronzeugen werden im Kampf gegen Mafia, Terrororganisationen & Co. vom heimischen Bundeskriminalamt abgeschirmt. Das bedeutet auch für die Beamten stets eine besonders heikle Gratwanderung.
Seit 25 Jahren ist das heimische Zeugenschutzprogramm für den Schutz der Bevölkerung am Werk und in weiterer Folge für aufsehenerregende Verurteilungen verantwortlich.
Ausgekügeltes System
Grund dafür ist ein ausgeklügeltes und international vernetztes System, das grundsätzlich auch Kriminelle aufnimmt, zur Aussage in Sicherheit bringt und so vor etwaigen Repressalien seitens ehemaliger Komplizen oder auch Auftraggeber bewahrt.
80 Prozent sind Ausländer
„Die Beweislage ist nicht immer ausreichend für eine Verurteilung der Hintermänner, und genau da kommen dann auch potenzielle Zeugen - sowie ihre Familien - ins Spiel. Rund 80 Prozent unserer Schutzbefohlenen sind Ausländer, meist selbst Kriminelle. Wir beschützen also auch die Bösen“, erklärt der zuständige Abteilungsleiter im Bundeskriminalamt.
Es gelten strenge Regeln
Mit Tarnidentitäten, neuem Wohnort und Arbeitsplatz ausgestattet, lässt es sich eben leichter über mafiöse Aktivitäten auspacken. Ein Fall für die soziale Hängematte ist dies aber bei Weitem nicht, denn es herrschen strenge Regeln für die Betroffenen. Kein Kontakt zu Freunden und Verwandtschaft sowie der Auftrag zur raschen sozialen Integration, inklusive eines „normalen“ Arbeitsplatzes.
Der Erfolg gibt den Behörden recht. Fälle wie die Operation „Spring“ - dabei wurden im Jahr 1999 auch 130 afrikanische Kriminelle verhaftet - oder auch der Fall Baranski, bei dem Mafiapate Jeremiasz Baranski in den frühen 2000er-Jahren überführt wurde, wären ohne professionellen Zeugenschutz nicht möglich gewesen. Fehlschläge gab es in dem Vierteljahrhundert übrigens keine!












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