„Sehr zufrieden“

Personal, Präsidium, Parteitag: Bablers erster Tag

Politik
07.06.2023 18:50

Die SPÖ wird im Spätherbst einen ordentlichen Parteitag abhalten, bei dem die Gremien neu gewählt werden und wohl auch das Statut in Richtung mehr Mitgliederbestimmung geändert wird. Auch eine erste Personalentscheidung unter Neo-Chef Andreas Babler ist gefallen - wenn auch nur interimistisch.

Der neue SPÖ-Chef Andreas Babler berichtete nach der ersten Präsidiumssitzung von positiver Atmosphäre und dem Auftrag, den entfachten Drive vollständig auszuleben.

Zum Präsidium war der Großteil der Parteigranden erschienen, einzelne wie Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser und der Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreter Georg Dornauer ließen sich per Video dazu schalten. Der steirische Landeschef Anton Lang hatte sich entschuldigen lassen. Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ist nicht Teil des Präsidiums.

Sapetschnig übernimmt vorläufig als Bundesgeschäftsführer
Die Stimmung in der knapp 2,5-stündigen Sitzung beschrieb Babler als „super“. Alle Entscheidungen seien einstimmig gefallen. Ein Personalpaket gab es noch nicht zu verkünden. Das will der neue Parteichef erst den zuständigen Gremien vorlegen, also im Fall des Klubchefs der Klubvollversammlung, die für kommenden Dienstag angesetzt ist und in Sachen Bundesgeschäftsführer dem Parteivorstand, der wohl nächste Woche zusammensitzt.

Babler hofft letzteres zumindest. Bis dahin ist der Leitende Sekretär für Organisation Christian Sapetschnig interimistischer Ansprechpartner und Koordinator.

Zu klären hat der SPÖ-Chef kommende Woche auch noch, ob er sein Amt als Traiskirchener Bürgermeister behält. Es macht jedenfalls den Eindruck, dass es so ist, betonte Babler doch, dass schon vorher abgeklärt gewesen sei, dass man zumindest vorerst beide Rollen gleichzeitig ausfüllen könne.

Aufgearbeitet wurde in der Sitzung auch noch einmal das Chaos vom Parteitag, wo Hans Peter Doskozil wegen eines Eingabefehlers zum Vorsitzenden ausgerufen wurde. Offenbar wurden die Stimmen versehentlich als Streichungen gewertet und so das Ergebnis gedreht.

Babler in Löwelstraße mit Applaus empfangen
Die Präsidiumsmitglieder zeigten sich vor und nach der Sitzung jedenfalls angetan, dass man nun in neue Zeiten starten kann. So war etwa der scheidende FSG-Chef Ranier Wimmer „sehr zufrieden“ mit Babler als Chef. Die ebenfalls scheidende Vorarlberger Landesvorsitzende Gabriele Sprickler-Falschlunger wiederum erwartet sich von Babler, dass er „Schwung in die Partei bringt“.

Bereits am Vormittag hatte der neue Chef die Parteizentrale in der Löwelstraße besucht, um sich eine knappe Stunde mit deren Mitarbeitern auszutauschen. Empfangen wurde der SPÖ-Chef mit längerem Beifall.

Ganz neues Terrain ist für Babler die Löwelstraße nicht, war er doch nach eigenen Angaben dort in seiner Zeit als Jugendsekretär des Öfteren. Ungeachtet dessen wurden ihm am Mittwoch nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Räumlichkeiten vorgestellt. Im Raum steht ein Auszug der SPÖ aus der legendären Zentrale, weil diese nicht mehr modernen Arbeitsgegebenheiten entspricht.

Babler auf dem Weg in die Löwelstraße (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH, Krone KREATIV)
Babler auf dem Weg in die Löwelstraße

Babler wollte sich im Vorfeld seiner Wahl nicht festlegen, ob er an diesen Plänen festhält. Unter anderem wollte er diese Frage mit den Betroffenen, also den Mitarbeitern, abklären.

Am Mittwoch drückte er diesen seine Wertschätzung aus und berichtete, dass er bei seiner Tour im Sommer alle politischen Bezirke besuchen will. Nach dem Präsidium erklärte er, diese Reise auch zur Mitgliederwerbung nutzen zu wollen. Im Spätherbst wird die SPÖ zudem einen ordentlichen Parteitag abhalten.

Herr und Holzleitner in Favoritenrolle
Was Personalia betrifft, gelten als Favoriten für den Klub Frauenchefin Eva Maria Holzleitner und Umweltsprecherin Julia Herr. Während erstere ihre Unterstützung für einen Aufbruch der Partei unter Babler referierte, war Herr zu keiner Stellungnahme gegenüber den Medien bereit.

Sie ist auch eine Option für die Zentrale, ebenso wie Willi Mernyi, Leitender Sekretär des ÖGB, der schon diverse Male für den Posten angefragt worden war, bisher aber jeweils abgelehnt hatte. Auch diesmal sieht es eher nicht danach aus, dass es ihn in die Löwelstraße zieht.

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