Negativserie vorbei

Meister Sturm Graz schlägt Vizemeister RB Salzburg 2:1

Fußball
23.10.2011 20:27
Sturm Graz hat am Sonntag die zweieinhalb Jahre währende Negativserie gegen Red Bull Salzburg beendet. Der Titelverteidiger entschied in der zwölften Runde der tipp3-Bundesliga das Duell mit dem Vizemeister mit 2:1 für sich und schaffte damit den Anschluss an die Meisterfavoriten. Manuel Weber (25.) und Imre Szabics (28.) leiteten mit einem Doppelschlag den ersten Liga-Sieg der Grazer gegen die Roten Bullen seit 21. Mai 2009 ein. Salzburg wurde erst nach dem Ausschluss von Milan Dudic (77.) gefährlich, doch es gelang nur noch der Anschlusstreffer durch Svento (84.).

Sturm konzentrierte sich zunächst darauf, die am Donnerstag beim 2:2 in Bilbao so starke Salzburger Offensivabteilung in den Griff zu bekommen. Das gelang bestens. Salzburg, erstmals mit dem vor zwei Wochen verpflichteten Niederländer Luigi Bruins, dominierte zwar in der Anfangsphase das Spiel, konnte sich aber in Strafraumnähe nicht durchsetzen und war wenig gefährlich.

Kienast meldet sich zurück
Sturm dagegen erwies sich als Meister der Effizienz. Mit der ersten Chance gingen die Steirer in Führung. Roman Kienast, erstmals seit dem 21. August in der Startelf von Franco Foda, zeigte dabei, wie sehr er wegen seines Mittelfußknochenbruchs seinem Team gefehlt hat. Kienast überspielte den weit aus dem Tor gelaufenen Salzburg-Torhüter Gustafsson, bewies an der Torlinie Ruhe und Übersicht und legte ideal für Weber zurück, der zur Führung einschoss.

Mit der nächsten schönen Kombination legte Sturm gleich nach. Szabics verwertete nur drei Minuten später eine Säumel-Flanke per Kopf zum 2:0. Kainz hatte sogar die große Chance auf das 3:0 (35.), ehe auch die Salzburger erstmals einem Treffer richtig nahe kamen. Säumel klärte bei einem Zarate-Schuss aber vor der Linie (40.).

Salzburg-Trainer Ricardo Moniz brachte nach der Pause mit Jantscher (ab 46.) und Maierhofer (ab 57.) frische Offensivkräfte, an der fehlenden Durchschlagskraft änderte sich zunächst aber nichts. Sturm schien die Partie sicher im zu Griff haben, ehe Dudic vorzeitig vom Platz musste. Der Innenverteidiger, der schon nach zwei Minuten wegen eines unnötigen Handspiels Gelb gesehen hatte, erhielt nach einem Foul an Roman Wallner Gelb-Rot.

Schlussoffensive der Salzburger kam zu spät
In Überzahl blies Salzburg zu einer Schlussoffensive, die auch zu einem Torerfolg führte. Nach Wallner-Flanke und Maierhofer-Kopfballvorlage verkürzte Svento auf 1:2, mehr gelang den Gästen aber nicht mehr. Damit sind die Grazer in der Bundesliga schon seit einem halben Jahr in Heimspielen ungeschlagen. Salzburg konnte nicht an die starke Leistung vom Bilbao-Spiel anschließen. Nach nur einem Punkt aus den jüngsten vier Liga-Spielen wird wohl die zuletzt auch von innerhalb des Vereins laut gewordene Kritik nicht verstummen.

Stimmen zum Spiel
Franco Foda (Sturm-Trainer): "Es war ein verdienter Sieg. Wir hatten die besseren Möglichkeiten, Salzburg hatte bis zum Ausschluss nur eine einzige Chance. Dazu hätten wir nach dem 2:0 auch das 3:0 machen müssen. Wir waren über 90 Minuten sehr präsent, taktisch hervorragend. Wir haben sehr schnell und zielstrebig nach vorne gespielt. Es war eine heroische Leistung, wir haben in Unterzahl gekämpft und alles gegeben. Ich habe immer betont, wenn alle Mann an Bord sind, werden wir wieder besser spielen."

Ricardo Moniz (Salzburg-Trainer): "Wir haben den Gegner aus dem Nichts aufgebaut. Offensiv haben wir gegenüber Donnerstag ein zweites Gesicht gezeigt. Auch in der Defensive waren wir nicht so konsequent. Wenn du nur 99 Prozent konzentriert bist, reicht das nicht. Leider ist das sehr peinlich. Leidenschaft ist das Wichtigste, aber ich sehe das noch zu wenig. Ich stelle mich trotzdem vor die Mannschaft, ich fange alle Schläge auf, ich bin stark genug."

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