Diesen August werden wohl wieder einige Flüge ausfallen. Der Grund: Europas größter Billigflieger Ryanair kämpft mit Lieferverzögerungen beim Flugzeugbauer Boeing.
Der Chef des Luftfahrtunternehmens Eddie Wilson versuchte am Dienstag zu kalmieren. Ihm zufolge werden die Kunden die Streichungen kaum zu spüren bekommen, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ausführte. „Wir werden keine Routen streichen.“ Dies könne notfalls aufgefangen werden durch eine geringere Frequenz bei häufig geflogenen Verbindungen.
Beliebte Ziele schneller ausgebucht?
So könnte es beispielsweise vier statt fünf tägliche Flüge ins spanische Malaga geben. „Das hat keine wesentlichen Auswirkungen, weil noch nicht alle Buchungen für August vorliegen“, sagte Wilson. Er leitet Ryanair und damit die größte Fluglinie der Gruppe, zu der noch Buzz, Lauda und Malta Air gehören.
Der Chef der Ryanair-Gruppe, Michael O‘Leary, hatte jüngst gesagt, dass die Airline wegen möglicher Lieferprobleme bei dem Boeing-Flugzeugmodell 737 MAX ihren Flugplan im Juli eindampfen könnte. Wilson erklärte, womöglich würde eine einstellige Zahl an Maschinen fehlen - bei einer Flotte von rund 550 Flugzeugen. Boeing habe noch keinen detaillierten Auslieferungsplan vorgelegt. Der Manager bekräftigte, dass Ryanair dennoch sein Ziel erreichen werde, im Geschäftsjahr bis März 2024 rund 185 Millionen Passagiere zu befördern - „ja, absolut“.
„Es wird nicht perfekt sein“
Vor allem Personalmangel in der gesamten Luftfahrt nach der Corona-Flaute hatte Mitte 2022 europaweit zu Warteschlangen, Verspätungen und tausenden gestrichenen Flügen geführt. Es werde dieses Jahr in der Urlaubssaison noch nicht alles rund laufen, aber Airports und Airlines seien auf jeden Fall besser vorbereitet, sagte Wilson. „Ich erwarte nicht das Chaos, das wir letzten Sommer hatten, aber es wird nicht perfekt sein.“
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