Zwei Hersteller duellieren sich derzeit um einen gewaltigen Auftrag des österreichischen Bundesheeres: Leonardo aus Italien und Aero aus Tschechien. Beide bieten Nachfolger für die Saab 105OE an, Aero ist mit ihrer L-39NG im Rennen, einer Weiterentwicklung des altbewährten „Albatros“. Die Produktion lief bereits an, nun flog die erste Serienmaschine ihren Jungfernflug - mit einer Botschaft an Österreich.
Der Jungfernflug der ersten serienmäßig gebauten L-39NG dauerte rund 40 Minuten, in denen die Funktion des Triebwerks, der Flugzeugsysteme, der Avionik und die Steuerbarkeit und das Verhalten des Flugzeugs in allen Flugphasen geprüft wurde - vom Start über den Kunstflug bis zur Landung. Für den tschechischen Hersteller Aero ein Beweis, dass die Serienreife erlangt wurde. Und Anlass, das Verteidigungsministerium in Wien erneut anzusprechen:
Botschaft an Bundesheer
„Mit der Serienreife der L-39NG ist ein Advanced Jet Trainer Realität geworden, der genau jene Anforderungen im Bereich des Kampfpilotentrainings erfüllt, die moderne Luftwaffen wie die österreichische aus gutem Grunde immer häufiger nachfragen: ein sichereres Trainingsflugzeug, das zukünftige Kampfpiloten nicht überfordert, kostengünstig, bei zusätzlicher Eignung als Erdkampfflugzeug“, so Aero zur „Kronen Zeitung“.
Erster Demoflug des Prototypen 2022:
Strategische Zusammenarbeit mit Österreich
Lange Zeit galt der teils leistungsfähigere italienische M-346FA von Leonardo als eindeutiger Favorit bei den österreichischen Luftstreitkräften, doch wie die „Krone“ bereits berichtete, brachte sich die Tschechen zuletzt wieder mit umfangreichen Gegengeschäften ins Spiel: „Die L-39NG als neue Flotte der Österreichischen Luftwaffe würde auch eine strategische Zusammenarbeit mit zahlreichen österreichischen High Tech Unternehmen bedeuten. Dies mit interessanten wirtschaftlichen Impulsen für die Zukunft österreichischer Betriebe - die L-39NG wäre nicht nur tschechisch, sondern auch österreichisch“, so das Unternehmen.
„Derzeit sind bereits österreichische Industrie- und Hightech-Unternehmen in die Entwicklung, Produktion und Lieferkette des L-39NG-Programms eingebunden. Beispielsweise hat Aero im vergangenen Jahr eine Kooperationsvereinbarung mit dem österreichischen Unternehmen Airborne Technologies getroffen. Weitere Verhandlungen über eine Zusammenarbeit mit österreichischen Partnern sind im Gange“, ergänzt Filip Kulštrunk, der Executive Vice President und CCO des Unternehmens Aero.
Zurück zur Zweiflottenlösung
Sowohl M-346FA, als auch L-39NG fliegen im Unterschall-Bereich und sind allgemein leistungsschwächer als die Eurofighter, dafür sind sie in Betrieb und Anschaffung deutlich günstiger. Von den beiden Bewerbern gilt die M346FA als überlegen, die L-39NG dafür als günstiger. Bis zu 18 Stück sind geplant. Kritiker dieser Zwei-Flotten-Lösung bemängeln, dass der Parallelbetrieb mangels Synergien im Endeffekt teurer ist, als eine Eurofighter-Einflottenlösung mit Ausbildung auf Jettrainern im Ausland.
Jets kehren nach Linz zurück
Als Standort für die neuen Unterschalljets kommt laut Heeresverantwortlichen nur Linz-Hörsching in Frage: schon rein politisch wäre es aufgrund der Lärmentwicklung kaum möglich, den gesamten Jetbetrieb des Bundesheeres in Zeltweg abzuwickeln, wo bereits jetzt die Eurofighter täglich aus dem Murtal zu ihren Übungs- und Überwachungsflügen starten. Und auch historisch war in Hörsching die Saab 105OE-Flotte stationiert.













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