"Eine gute Sache"

Perfektionist Willi Ruttensteiner setzt auf Medientraining

Fußball
07.10.2011 10:14
Interims-Teamchef Willi Ruttensteiner unterscheidet sich nicht nur in punkto Trainingsinhalten von seinem Vorgänger. Dietmar Constantini hatte bei öffentlichen Auftritten auf seine Authentizität vertraut, der Oberösterreicher hingegen überlässt im Scheinwerferlicht nichts dem Zufall und setzt auf Medientraining. "Ich halte das für eine gute Sache", sagte der 48-Jährige.

Rund um seine erste Pressekonferenz als zwischenzeitlicher Nationaltrainer bei der Kaderbekanntgabe vor eineinhalb Wochen holte sich Ruttensteiner Tipps vom früheren ORF-Sportchef Hans Huber. Mit der Verbesserung seines öffentlichen Erscheinungsbildes begann der ÖFB-Sportdirektor aber schon vor vielen Jahren als damaliger U21-Teamchef.

"Da war Günter Amesberger (Universitäts-Professor in Salzburg, ÖFB-Mentalcoach vor und bei der EURO 2008, Anm.) unser Sportpsychologe. Er hat mir immer Rückmeldung gegeben und gesagt, wo ich mich steigern kann. Wenn man da hinhört und nicht so eitel ist, kann man sehr profitieren", erklärte Ruttensteiner.

Mentaltraining für Coaches und Spieler
Nicht zuletzt aufgrund seiner positiven persönlichen Erfahrungen fand die Medienschulung auch Eingang in die Trainerausbildung. "Wir bieten Medientraining bei der Profi-Lizenz an, betreiben es mit wahnsinnig hohem Aufwand und raten seit Jahren jedem Trainer, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen."

Seit Jahren wird auch Kickern aus Nachwuchs-Auswahlen oder aus dem A-Team nahegelegt, sich einen zielführenden Umgang mit Journalisten anzueignen. "Es gibt Spieler, die das intensiv nutzen, und andere, die sagen, sie brauchen es nicht", erzählte Ruttensteiner.

Der Oberösterreicher macht bei Medienveranstaltungen meistens eine gute Figur. Das ändert aber nichts daran, dass er in vielen Artikeln nicht gerade ins positive Licht gerückt wird. "Powerpoint-Willi" oder "Willi Wichtig" lauten Ruttensteiners Synonyme, was ihn nach eigenen Angaben aber relativ kalt lässt. "Mein Verhältnis zu den Medien ist korrekt. Das Einzige, das mir nahe geht, ist, wenn Dinge behauptet werden, die nicht stimmen."

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