So, 19. August 2018

Neben Methanquellen

23.09.2011 09:12

"Kinderstube" von Haien und Rochen in Tiefsee entdeckt

Methanquellen in der Tiefsee sind eine wichtige Kinderstube von Haien und Rochen. Das haben Forscher der Universität Göttingen und des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften zusammen mit Jörn Peckmann vom Zentrum für Erdwissenschaften der Universität Wien sowie Kollegen aus den USA herausgefunden. Sie entdeckten an natürlichen Methanquellen im Ost-Pazifik und im Mittelmeer Tausende Eier von Tiefsee-Raubfischen.

Bisher galten solche Quellen am Meeresboden als Lebensraum für nur wenige hoch spezialisierte Überlebenskünstler, wie die Experten aus Göttingen und Kiel am Donnerstag mitteilten. Sie berichten über ihren Fund im Fachjournal "Marine Ecology Progress Series".

Tausende Eier in 700 Metern Tiefe
Auf dem Meeresboden vor Chile fanden die Wissenschaftler in 700 Metern Tiefe mehrere Generationen riesiger Ei-Kapseln von Tiefseerochen. Sie waren zwischen Röhrenwürmern und Kalksteinblöcken abgelegt. Den Forschern gelang es sogar, ein trächtiges Rochenweibchen zu filmen. An Methanquellen im Mittelmeer stießen die Biologen in rund 500 Metern Tiefe inmitten eines Röhrenwurmfeldes auf Ei-Kapseln (rötlich-braun gefärbt) von Katzenhaien (Bild 1).

Von Katzenhaien stammten auch 35 Millionen Jahre alte versteinerte Ei-Kapseln, die der Göttinger Paläontologe Steffen Kiel im US-Bundesstaat Washington entdeckte (Bild 2). Sie befanden sich zwischen ebenfalls versteinerten Röhrenwürmern an einer Methanquelle, die durch geologische Prozesse aus dem Meer gehoben wurde. "Damit lässt sich das Brutverhalten dieser Tiere weit in die Erdgeschichte zurückverfolgen", erläuterte Kiel.

"Kinderstuben" durch Schleppnetz-Fischerei gefährdet
"Die große geografische Distanz zwischen unseren Funden und ihre lange Fossil-Geschichte lassen vermuten, dass Tiefseehaie und andere Raubfische auch Methanquellen in anderen Teilen der Ozeane als Kinderstube nutzen", sagte die Kieler Geobiologin Professor Tina Treude. Die Forscher warnten deshalb davor, diese Bereiche durch Schleppnetzfischerei zu beschädigen. Methanquellen sollten ihrer Ansicht nach unter Schutz gestellt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Ramsebner-Traumtor
Last-Minute-Wahnsinn! LASK schockt Rapid
Fußball National
Edomwonyi-Doppelpack
Austria schießt Admira mit 4:0 ab
Fußball National
1:1 gegen Altach
Sturm nach Larnaka-Debakel nur mit Remis
Fußball National
Deutscher Cup
RB Leipzig schrammt an Blamage vorbei
Fußball International
Premier League
Manchester City siegt 6:1 dank Aguero-Triplepack
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.