Human Vision Festival

Ein roter Teppich für die Menschenrechte

Vorarlberg
12.03.2023 08:25

Am Dornbirner Spielboden startet am Sonntag ein ganz besonderes Kulturevent: das „Human Vision Filmfestival“. Dieses steht ganz im Zeichen der Menschenrechte. Neben Filmen werden auch noch diverse andere Formate geboten, um das komplexe Thema zu beleuchten.

Ali ist blind und lebt isoliert in einem Wohnblock im Iran. Sein einziger Kontakt ist der Hausmeister, der ihn einst dabei erwischt hat, wie er Selbstmord begehen wollte. Alis Situation ändert sich schlagartig, als Leila über eine Feuertreppe in sein Leben tritt. Sie ist auf der Flucht, nachdem sie an einem brutal niedergeschlagenen Arbeiteraufstand teilgenommen hat. Bei Ali findet sie Zuflucht vor ihren Verfolgern. Langsam lernen die beiden etwas, das im ganzen Land rar gesät ist: einander zu vertrauen. Das ist der Plot des iranischen Filmes „Beyond the Wall“, mit welchem das „Human Vision Filmfestival“ am Sonntag eröffnet wird (18 Uhr).

„Der Film hat uns mit seiner sehr eindrücklichen Bild- und Klangsprache zur aktuellen Situation im Iran gefesselt. Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit Petra Steger-Adami, Fachärztin für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, sowie mit Afshin Saadei, Vertreter des Iranischen Kulturhauses in Wien, über Trauma und Bewältigungsstrategien, Polizeigewalt und Proteste im Iran statt“, gibt Johny Ritter, einer der drei Kuratoren des Festivals, Einblick in das Programm. „Beyond the Wall“ feierte 2022 bei den Filmfestspielen von Venedig Premiere. Die Dreharbeiten waren höchst heikel, da die iranischen Behörden keine Freigabe erteilten.

Das „Human Vision Filmfestival“ stellt die Menschenrechte in den Mittelpunkt. „Menschenrechte sind Grundrechte, die für alle Menschen gelten und gelten sollten. Und doch gibt es allgegenwärtig Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen. Das Medium Film eignet sich ganz besonders, um auf solche Missstände und Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen, den eigenen Fokus zu verändern und Bewusstsein zu schaffen“, sagt Ritter, der selbst bereits Kurzfilme gedreht hat.

Das Motto des Festivals lautet heuer „Colours of Courage“, wobei das Thema Zivilcourage behandelt wird. „Das Festival wird sich Menschen widmen, die zuversichtlich über ihre Grenzen gehen, viel für einen nachhaltigen Wandel riskieren, für ihre Freiheit und für eine bessere Zukunft kämpfen und beweisen, dass eine bessere und gerechte Gesellschaft möglich ist“, erklärt Ritter. „Filme können informieren, sensibilisieren und wirken auch ganz unmittelbar auf einer emotionalen Ebene. Wir wollen die Besucher dazu anregen, ihre eigenen Standpunkte zu überdenken und über den Tellerrand hinauszuschauen.“

Über 50 Partner sind mittlerweile an Bord
Die Idee zu diesem Filmfestival ist vor mehr als sieben Jahren geboren worden. Mit jeder Ausgabe wurde es größer und umfangreicher. „In enger Zusammenarbeit mit der Vorarlberger Plattform für Menschenrechte wurden für die diesjährige Ausgabe über 50 NGO‘s, Initiativen und Einrichtungen aus Vorarlberg, Österreich und darüber hinaus eingeladen, das Festival mitzugestalten und über ihre Plattformen mitzutragen.“

An den sieben Tagen wird einiges geboten werden. Denn neben den Filmen werden auch andere Formate - etwa Vorträge, Diskussionen und Ausstellungen - dazu beitragen, das komplexe Thema Menschenrechte von verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Und vor allem sollen auch Impulse dahingehend gesetzt werden, was jeder einzelne für den Schutz von Menschenrechten tun kann. Um die Thematik auch Jugendlichen näher zu bringen, werden erneut separate Schulvorstellungen angeboten. „Das Festival soll Menschen zusammenbringen, Potenziale für Veränderungen beleuchten und Inspiration bieten.“ Das große Ziel der Kuratoren: „Wir wollen die Menschen dazu animieren, das Thema Menschenrechte und die damit verbundenen Werte in die Welt hinauszutragen.“

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