Mikaela Shiffrin hat es geschafft, feierte wie Ingemar Stenmark den 86. Weltcupsieg - und bekam viel Lob von Annemarie Moser-Pröll. „Mit dem Rekord ist sie die Allergrößte“, sagt Österreichs Legende.
Ingemar Stenmark war nicht dabei. Er blieb lieber in Stockholm, wollte in Åre nicht die Aufmerksamkeit klauen. Und was er, der große Schweiger, dazu zu sagen hat, gab er ohnehin schon längst kund: „Mikaela Shiffrin traue ich zu, über 100 Rennen zu gewinnen.“ Seit gestern sind’s erst einmal 86. Phänomenale 86, eben jene Bestmarke, die Stenmark 1989 gesetzt hat.
Ungläubig
„Mika“ schlug im Ziel ihre orangen Fäustlinge auf den Helm und schaute ungläubig auf die Anzeigetafel. Zum 86. Mal in ihrer Karriere verkündete die einen Sieg von ihr. Just dort, wo sie 3732 Tage zuvor ihr allererstes Weltcuprennen gewonnen hat, 2012 den ersten von bis heute 52 Slaloms. Gestern schnappte sie sich mit ihrem 20. Riesentorlauf-Erfolg auch ihre 15. (!) Kristallkugel, die zweite im „Giant“. Und gestand später: „Wenn ich im Starthaus die Wahl gehabt hätte zwischen Rekord oder Kugel - ich hätte Kristall genommen.“
Was unterstreicht, dass Shiffrin der 86er selbst schon etwas unheimlich ist: „Das Unglaublichste daran ist, mit Ingemar Stenmark überhaupt in einem Satz erwähnt zu werden. Rekorde sind ja im Grunde nur Zahlen, aber natürlich ist es ein Traum, den man schon als Kind hat. Ach, das war wirklich ein wilder Tag für mich.“
„Die Allergrößte“
Annemarie Moser-Pröll, Österreichs Jahrhundert-Skifahrerin, adelte Shiffrin: „Jetzt ist sie die Allergrößte.“ Den Grundstein zur Bestmarke hatte Shiffrin im ersten Lauf gelegt - und da konnte sensationell Franziska Gritsch (fast) mithalten, lag nur 0,93 dahinter auf Rang drei. Im Finale rutschte die Ötztalerin aber vier Tore vor dem Ziel aus. So war Stephanie Brunner als Neunte Österreichs Beste, qualifizierte sich wie Julia Scheib fürs Finale in Andorra. Mit Gritsch und Katharina Liensberger starten dort vier ÖSV-Läuferinnen im Riesentorlauf. Die Vorarlbergerin erlebte eine der schwärzesten Stunden, nur 45. - bei 48 Klassierten. Heute im Slalom (10.30 und 13.30) ist Wiedergutmachung angesagt.
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