Heftige Kritik an Veranstaltern in Palisades Tahoe & Aspen: Als „nicht weltcupwürdig“, betitelte es etwa Marko Pfeifer. Die FIS will dennoch an Austragungsorten festhalten. Österreichs Speedfahrer hinken indes weiter hinterher.
„Unter jeder Kritik, leider nicht weltcupwürdig.“ Womit Herren-Cheftrainer Pfeifer weniger die Leistungen der ÖSV-Asse, sondern die Umstände bei den Rennen in Übersee meinte. Schon im Vorfeld des Trips gab es scharfe Gegenstimmen, die Reise sei nicht klimafreundlich, dazu enorm kostspielig (der ÖSV zahlte einen sechsstelligen Betrag). Nach den Rennen muss und wird darüber noch schärfer diskutiert werden - denn die Veranstaltungen in der USA erzeugten alles, nur nicht die von FIS-Präsident Johan Eliasch gewünschte Werbung in eigener Sache.
„Wenig Ahnung von Skirennen“
Erst der Slalom in Palisades Tahoe, wo AJ Ginnis kurz über den Sieg jubelte, ehe ein möglicher Einfädler Thema wurde. Weil nur eine TV-Kamera die Szene gefilmt hatte, dauerte es 23 (!) Minuten, bis eine Entscheidung getroffen wurde. Fanfreundlich? Mitnichten. Galt auch für die erste Abfahrt in Aspen: die vorderen Starter im Vorteil, der Rest chancenlos. Nach 24 Läufern kam der überfällige Abbruch der Windlotterie, das Rennen wurde nicht gewertet. Was FIS-Renndirektor Markus Waldner erzürnte: „Von Skirennen haben sie nicht viel Ahnung. Die brauchen fünf Minuten, um eine Torstange zu ersetzen. Wahnsinn!“
Fehlende Professionalität
Dazu sorgten auch die Begleitzustände für Kopfschütteln: Infrastruktur, Organisation, Rutschpersonal, Sicherheitsaspekte, TV-Produktion - es fehlt an allen Ecken und Enden an Professionalität. Waldner bezeichnete die Abfahrtsstrecke angesichts ihres Gefälles und der Kürze als „Langlaufpiste“. Pfeifer ergänzte: „Die Skiräume waren unter jeder Kritik. Auch die Unterkünfte in Aspen waren teilweise nicht weltcupwürdig - da haben sie einiges zu tun.“ Ob die Rennen in dieser Form auch nächste Saison noch im Kalender sind, scheint fraglich. Wobei die FIS den Veranstaltern noch eine Möglichkeit geben will, ihnen für die Zukunft eine To-do-Liste übergeben hat. Sofern die geforderten Punkte erfüllt werden, sagt auch Pfeifer, „sollten wir ihnen die Chance noch einmal geben“: „Sie wissen jetzt, was im Weltcup der Standard sein sollte.“
Zu allem Überfluss blieb Österreich in den USA auch sportlich hinter den Erwartungen zurück: Nur ein Podestplatz in vier Rennen, Marco Schwarz überdeckte mit seinem Sieg im Riesentorlauf in Palisades Tahoe einiges. Die Speed-Fahrer gingen wie zuletzt bei der Weltmeisterschaft leer aus. „Wir verlieren im Flachen viel zu viel Zeit, da werden wir im Sommer den Hebel ansetzen. Das ist nicht zufriedenstellend“, so Pfeifer.
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