Mentalist Harry Lucas

„Lesen Sie auch in ihrer Freizeit Gedanken?“

Vorarlberg
06.03.2023 10:15

Harry Lucas ist Mentalist. Er schleicht sich in die Köpfe der Menschen und bringt sein Publikum zum Staunen. Die „Krone“ hat ihn zum Talk über seinen außergewöhnlichen Beruf getroffen.

Krone: Wie wird man Mentalist?
Harry Lucas: Bei mir war es eine Mischung aus verschiedenen Interessen, die zusammengekommen sind. Ich habe sehr früh - mit fünf Jahren - mit dem Zaubern begonnen. Mir ist bald aufgefallen, dass die Magie neben den Tricks auch viel mit Psychologie zu tun hat. Wie wir unsere Welt wahrnehmen und wohin unsere Aufmerksamkeit wandert. Dieser psychologische Aspekt war ausschlaggebend für mich. Später kam die Verhaltensforschung und Hypnose dazu. Das alles hat mich dazu gebracht, Mentalist zu werden. Der Unterschied zu einem Zauberer ist, dass es beim Mentalisten um die Zuschauer geht. Es gibt keine Show ohne die Menschen - sie sind integraler Bestandteil der Darbietung. Es macht großen Spaß, wenn man mit den Leuten spielen kann.

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Meine Show hat kein vorgegebenes Skript. Sie passiert genau in diesem Moment live und ist daher immer einzigartig.

Harry Lucas

Wie erlernt man Mentalismus?
Ich glaube, Beobachtungsgabe ist ein großer Teil meines Berufs. Ich habe in der Hypnose gelernt, dass es noch eine ganz andere Facette neben unserer herkömmlichen Kommunikation gibt, nämlich die unbewusste. Man spricht ja in einer Hypnose nicht. Aber man teilt dem Gegenüber über beispielsweise feinste Muskelzuckungen oder Bewegungen etwas mit. Diese Körpersignale habe ich gelernt wahrzunehmen und zu lesen.

Gibt es Menschen, die einfacher zu lesen sind als andere?
Es ist sehr individuell. Jeder kommuniziert auf eine andere Art. Aber ich habe gemerkt, dass Ideen immer versuchen, sich auszudrücken, sich zu manifestieren. Jeder hat schon Situationen erlebt, in welcher jemand etwas sagt, aber die Körperhaltung nicht zum Inhalt passt. Da stimmt etwas nicht. Die sogenannte Schere zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was man eigentlich meint. Und wir alle haben diese Sensoren, um das zu erkennen. Aber ich habe eben gelernt genauer hinzuschauen.

Lesen Sie auch in ihrer Freizeit die Gedanken der Menschen?
Nein, das wäre zu aufwändig. Denn dafür braucht es sehr viel Aufmerksamkeit und Konzentration - und die richtet man im normalen Leben auf andere Dinge.

Fakten zu Harry Lucas

Harry Lucas, Mentalist und neugieriger Kopf aus Wien, steht bereits seit 20 Jahren hauptberuflich auf der Bühne. Der Entertainer ist bekannt aus dem ORF sowie dem legendären Kabarett Simpl. Zudem trat er schon für Top-Unternehmen in ganz Europa auf. Am 25. März kommt er in die Kulturbühne AmBach in Götzis mit seinem Programm „Fantastische Kopfspiele“; Karten gibt es bei Laendleticket.at, oeticket.com und in allen Raiffeisenbanken und Sparkassen.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Shows vor?
Das Üben ist ziemlich schwierig, denn ich kann mir daheim ja viel ausdenken, wie die Zuschauer reagieren könnten. Aber diese Ideen muss man auch vor Publikum testen. Das ist meist der berühmte Sprung ins kalte Wasser. Meine Show hat kein vorgegebenes Skript. Sie passiert genau in diesem Moment live und ist daher immer einzigartig. Man muss auf die Leute eingehen und improvisieren. Sie sind Teil der Show und was immer sie mitbringen, macht das Gelingen aus.

Wie suchen Sie die Mitwirkenden aus, wenn Sie auf der Bühne stehen?
Das ist reine Erfahrungssache. Und das haben mir meine Kollegen auch gesagt, als ich als Anfänger genau das gefragt habe. Das hat mir damals natürlich wahnsinnig geholfen. (lacht) Aber man bekommt wirklich einen Blick dafür, ob jemand offen dafür ist.

Wird eine neue Nummer auf der Bühne gleich erprobt oder gibt es einen Kreis von Bekannten, die Versuchskaninchen spielen?
Ja und ja. Ich versuche die Idee erst auf den kleinsten und einfachsten Schritt herunterzubrechen. Also ob sie grundsätzlich funktioniert. Dann kann man langsam Dinge hinzufügen. Wenn die Nummer ausgereift ist, kann man sie vor Freunden und Kollegen testen. In Folge probiere ich sie bei den Zuschauern aus. Das Tolle ist, dass man sofort Feedback bekommt. Ich spüre es, ob die Sache ankommt. Zudem wird oft mitgefilmt. Ich schaue mir dann an, was mir gefällt und an was noch gearbeitet werden muss. Es sind oft Nummern, die ich viele Jahre spiele, die mich plötzlich überraschen. Ich glaube, dass ich alles schon erlebt habe, und dann kommt eine neue Vorstellung, und plötzlich reagieren die Zuschauer ganz anders.

Was begeistert Menschen an Ihren Shows?
Sie wissen, dass alles, was in der Show vor sich geht, mit ihnen selbst zu tun hat. Manche kommen ja mit der Vorstellung herein, dass mit den Mitwirkenden ohnehin alles abgesprochen ist. Aber wenn sie dann selbst oder eine Freundin auf die Bühne kommen, dann spüren sie, dass das Erlebnis etwas Besonderes ist. Was hier vorgeht, kann man nicht so einfach erklären. Das wirkt dann nach und regt zu Diskussionen an. Manchmal treffe ich Zuschauer, die vor zehn Jahren in einer Show waren und mir immer noch genau erklären können, wie sie den Moment erlebt haben. Das ist schön.

In Götzis gastieren Sie mit dem Programm „Fantastische Kopfspiele“. Was kann man davon erwarten?
Das ist eine sehr interaktive Show: Es geht um Gedankenlesen, Lesen mit Fingerspitzen, unbewusste Beeinflussungen, und es geht um einen Telepathie-Akt- eine alte Nummer, die ich wiederentdeckt habe.

Gibt es denn echte Magie in Ihrer Show oder lassen sich alle Tricks erklären?
Auch für mich gibt es manchmal spannende Momente, in denen ich mich frage, was gerade passiert ist. Aber das hat vielleicht auch mit dem Zufall zu tun. Aber ja, auch der Mentalist ist manchmal noch überrascht.

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