Wirbel um OSZE-Treffen

Journalisten protestieren gegen Ausschluss

Ausland
20.02.2023 16:46

Litauen und die Ukraine werden die Tagung der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wegen der Teilnahme Russland boykottieren. Trotz des Drucks von rund 20 Staaten, Österreich von einer Visavergabe an die russische Delegation abzuhalten, dürfen die russischen Abgeordneten anreisen. Nun gibt es erneut Wirbel.

Die OSZE will während der Treffen am 23. und 24. Februar offenbar keine Medienvertreter in die Räumlichkeiten der Hofburg lassen. „Aus Gründen der Logistik und der Sicherheit“, wird seitens des Veranstalters betont. Die Parlamentarische Versammlung der OSZE habe zwar traditionell Journalisten bei ihren Tagungen zugelassen, bedingt durch ein Zusammentreffen von Umständen sei nun entschieden worden, dass dies in diesem Jahr nicht möglich sein werde, informierte Nat Parry, Sprecher der Parlamentarischen Versammlung.

Konkret begründete der Pressesprecher die Entscheidung mit „signifikanten Bedenken bei Logistik und Sicherheit in diesem Jahr“, die es unmöglich gemacht hätten, einen Medienraum in der Hofburg zur Verfügung zu stellen. Alle verfügbaren Räume würden von Parallelveranstaltungen verwendet, zudem finde am 24. Februar eine Sondersitzung des Permanenten Rates der OSZE statt. Lediglich ein Livestream auf YouTube und Facebook wird es geben.

Warnung vor Einschränkung unabhängiger Berichterstattung
Doch die Vereinigung der Europajournalistinnen und -journalisten (AEJ) und der Verband der Auslandspresse in Wien protestiert gegen diesen Ausschluss. „Gerade eine Institution wie die OSZE sollte alles vermeiden, was den Anschein erweckt, unabhängige Berichterstattung einschränken oder behindern zu wollen“, hieß es in einem an die OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit, Teresa Ribeiro, gerichteten E-Mail.

Damit würden Berichterstatter aus aller Welt die Möglichkeit verlieren, Tagungsteilnehmer im Verlauf der Tagung selbst anzusprechen, da dies demnach nur außerhalb des Versammlungsbereichs möglich sein werde, so die beiden Journalistenvereine. Die Medienbeauftragte der OSZE wurde daher aufgefordert, „im Rahmen Ihrer Kompetenzen diesmal in Ihrer eigenen Organisation im Sinne der Medienfreiheit tätig zu werden“.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele