Es ist Millimeterarbeit, die Österreichs stärkstes Wasserfahrzeug bei Revisionsarbeiten am Kraftwerk Abwinden-Asten vollbringen muss. Überspitzt gesagt: Der 80-Tonner arbeitet fast so genau wie ein Gehirnchirurg.
Ganzer Stolz von Schiffskapitän Josef Jagsch ist das neue Positionssystem, dass dem Schwerlast-Kranschiff ungekannte Standfestigkeit an Ort und Stelle verleiht. Bis zu elf Meter tief können die Teleskopstützen ausgefahren werden und damit der 80 Tonnen schwere Schwimmkran verankert werden. Damit steht die „DOOKW 2“ sicher in der Donau und kann auch die schwersten Lasten mit geringster Erschütterung einheben. Bis zu 80 Tonnen könnte der Kran stemmen, aber die Elemente, die das Wehrfeld beim Donaukraftwerk Abwinden-Asten abdämmen, damit es trocken gelegt werden kann, sind „nur“ 30 Tonnen schwer. Sie müssen präzise in die Führungsschlitze am Wehrfeld eingefädelt und versenkt werden.
Denn Winterzeit bedeutet für die Wasserkraft eine kurze Zeitspanne, in der ohne Erzeugungsverluste Revisionsarbeiten stattfinden können. Daher werden laut Plan Turbinen und Wehrfelder außer Betrieb genommen und gründlich inspiziert. Und das geht eben nur, wenn alles trocken ist und da kommt eben der Schwimmkran ins Spiel.
Wo früher mühsam mit dem ganzen Schiff und dessen Einrichtungen wie Seilwinden die Position gehalten werden musste, kann dank der Teleskopstützen nun in aller Ruhe gearbeitet werden. Für die Taucher, die beim Einsetzen mitarbeiten, bedeutet es ruhigeres Wasser und damit sichereres Arbeiten.
Neben dem Wehrfeld wird auch eine der sechs Kaplan-Rohrturbinen zu Wartungszwecken trockengelegt. Die Arbeiten werden noch einige Wochen, dauern. Spätestens bei der Schneeschmelze muss das Kraftwerk Abwinden-Asten, das pro Jahr Strom für 280.000 Haushalte erzeugt, wieder voll einsatzbereit sein.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.