„Krone“-Reisereportage

Villach in Kärnten: Die weiße Leichtigkeit

Reisen & Urlaub
26.01.2023 11:31

Verschneite Winterlandschaften sorgen für wohltuende Erlebnisse. Sowohl auf als auch abseits der Piste. So auch in Kärnten, wo rund um Villach jeder seine passende Auszeit vom Alltag findet.

Weiße dicke Flocken haben uns die letzen Tage in Österreich begleitet. „Endlich Schnee“, lächeln winterbegeisterte Mitmenschen zufrieden in sich hinein. Wo er die vergangenen Wochen viel zu wenig war, ist er zwar mancherorts anfangs ein wenig zu viel auf einmal – aber wenn sich Verkehrschaos und Co. legen, dann genießen wir glückselig die weiß-glitzernde Pracht. Wirkt sie doch an den sonst kalten, trüben Wintertagen stimmungsaufhellend.

Weiße Wintertage erfreuen nicht nur die Herzen der Kinder, die sich für die nächste Schneeballschlacht oder Rodelpartie hineinstürzen. Verschneite Landschaften bringen Leichtigkeit in unser Leben, geben uns Raum für Entschleunigung und gleichzeitig den perfekten Untergrund für Sport im Schnee. In der Region Villach - Faaker See - Ossiacher See gibt es, eher fernab von lautem Winter-Massentourismus, die passenden Rahmenbedingungen dafür.

(Bild: stock.adobe.com, Symbolbild)

Warm eingepackt, kann uns die Kälte nichts anhaben, der Schnee knirscht bei jedem Schritt unter unseren Schuhen, während wir auf dem Slow Trail im Europaschutzgebiet Bleistätter Moor am Ossiacher See entlangwandern. Zauberhafte Stille umgibt einen. Alles scheint in Watte gepackt zu sein. Der Alltag macht eine Runde Pause, während das Auge über die verschlafene Natur streift. Einige Enten und Schwäne trotzen schwimmend Eis und Kälte im Wasser. Mit dem Profifotografen und Bergwanderführer Jörg Schmöe an der Seite genießen wir die Ruhe und finden auch zu dieser Jahreszeit zahlreiche Fotomotive. In den 1930er-Jahren wurde das Moor trockengelegt, um die so entstandenen Wiesenflächen landwirtschaftlich nutzen zu können. Heute ist das Moor renaturiert und als „Europaschutzgebiet Tiebelmündung-Bleistätter Moor“ dank teilweiser Flutung und Wiederherstellung der Feuchtlebensräume ein Paradies für Tiere und Pflanzen. Das Pumphaus, das einst das Wasser aus dem Moor pumpte, dient heute Fledermäusen und Störchen als Zuhause.

(Bild: Krone KREATIV,Kronen Zeitung/©Gorilla - stock.adobe.com)

Auch Sportbegeisterte kommen auf ihre Kosten
Die Abwechslung macht den Urlaub und die Erholung so richtig rund: Wen es auf die Pisten zieht, der ist hier in Kärnten in der Region Villach natürlich auch an der richtigen Stelle. Die Gerlitzen Alpe bietet 32 Skiabfahrten mit 52 Pistenkilometern inklusive Fernblick zu den Julischen Alpen, den Karawanken und dem Großglockner. Für das leibliche Wohl wird in den 16 Skihütten und -bars gesorgt. Auch Wanderwege führen zu den diversen Kärntner „Schmankalan“.

Steinwender Hütte auf der Gerlitzen Alpe (Bild: Diana Krulei)
Steinwender Hütte auf der Gerlitzen Alpe

Wer von der Mittelstation eine kleine Winterwanderung zur Steinwender Hütte macht, trifft dort auf Stefan Sagmeister, der die älteste bewirtschaftete Hütte auf der Gerlitzen mit atemberaubendem Ausblick auf 1473 Meter Höhe zwar erst seit 2021 gepachtet, dieser aber schon seinen Stempel aufgedrückt hat. Die Buddha-Statue am Eingang ist eine kleine Reminiszenz an Asien und seine Jahre in Singapur, wo er in seinem früheren Leben als Friseur gearbeitet hat. Bis es ihn wieder in seine Heimat zog. Er ist gekommen, um zu bleiben. Für seine Gäste gilt: „Kummts aufe, kummts oba!“ Kraft tanken für die nächste Wanderetappe mit den großartigen Kasnudeln seiner Schwester und Köchin Carina - ausschließlich regionale und bio-zertifizierte Produkte kommen dabei zum Einsatz.

Neo-Hüttenwirt Stefan Sagmeister betreibt die Steinwender Hütte auf der Gerlitzen Alpe. Wenn es die Wanderer wieder runter vom Berg zieht, dann sieht man ihn vielleicht auf seinem Pferd ausreiten. (Bild: Diana Krulei)
Neo-Hüttenwirt Stefan Sagmeister betreibt die Steinwender Hütte auf der Gerlitzen Alpe. Wenn es die Wanderer wieder runter vom Berg zieht, dann sieht man ihn vielleicht auf seinem Pferd ausreiten.

Nach der Kälte in die wohltuende Wärme
Wie gut, dass am Fuße des Dobratsch, des Hausbergs der Villacher, neben erstklassigem Trinkwasser auch Heil- und Thermalwasser aus unterirdischen Quellen sprudelt. Täglich gelangen so rund 40 Millionen Liter mit einer Quelltemperatur von 29,9 Grad in die Becken der Kärnten Therme in Warmbad-Villach. Europaweit einzigartig ist hier das Baden mitten in der Urquelle: Direkt aus dem Kiesboden steigen kleine Bläschen auf, während man sich im 29,9 Grad warmen Wasser, das sich alle drei bis vier

Im Naturpark Dobratsch erwarten nicht nur Skitourengeher, Schneeschuh-, Winterwanderer oder Langläufer perfekte Bedingungen. (Bild: Hanna Gottschalk - stock.adobe.c)
Im Naturpark Dobratsch erwarten nicht nur Skitourengeher, Schneeschuh-, Winterwanderer oder Langläufer perfekte Bedingungen.

Stunden erneuert, treiben lässt. Wer sich im 5-Sterne-Traditionshaus Warmbaderhof einquartiert, kann die wohltuende Wirkung morgens schon eine Stunde vor allen anderen Thermenbesuchern auskosten. Spätestens seit dem Mittelalter wird dem Wasser, das aus den vulkanischen Tiefen des Dobratsch kommt, heilsame Wirkung für den Stütz- und Bewegungsapparat zugeschrieben. Es wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und Stress senkend.

Auf Thermalquellen setzt auch Bad Bleiberg, westlich von Villach. Einst wurde im Bergbaudorf Blei abgebaut, dabei wurde 1951 versehentlich eine Thermalquelle angebohrt. Und zwei der Stollen dienen heute als Heilklimastollen. Konstante acht Grad, eine Luftfeuchtigkeit von 99 Prozent und eine staub- und allergenfreie Umgebung sorgen für ein heilendes Klima, das der Linderung von Atemwegserkrankungen, Allergien und Stress dient.

Yoga im Heilklimastollen in Bad Bleiberg. (Bild: Diana Krulei)
Yoga im Heilklimastollen in Bad Bleiberg.

Letztes Jahr eröffnete das Gesundheitshotel Bleib Berg, vormals der Bleibergerhof. Ein Ort für Prävention, ganzheitliche Gesundheit und Kurfasten nach F. X. Mayr. Neben dem Fokus auf Stressabbau, Burnout, Fasten wird auch besonderes Augenmerk auf die Behandlung von Schlafstörungen gelegt – inklusive eines mobilen Schlaflabors.

Diana Krulei, Kronen Zeitung

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