Obwohl Neonicotinoide in der Landwirtschaft verboten sind, gibt es weiterhin Schlupflöcher. Dass es auch anders geht, zeigt das Burgenland.
Der Aufschrei war groß, die Diskussion emotional: 2018 kam ein grundsätzliches Verbot für den Einsatz der besonders für Bienen giftigen Neonicotinoide auf Äckern und bei der Saatgutbehandlung. Doch ein völliges Aus bedeutete dies noch lange nicht, es gibt weiterhin die Möglichkeit der Notfallzulassung. Und diese wird laut einer aktuellen Studie der NGO PAN Europe gerne genutzt. Österreich ist zwischen 2019 und 2020 negativer Spitzenreiter vor Finnland und Dänemark. Das bestätigt auch die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, welche in Niederösterreich Bodenproben aus Zuckerrübenanbaugebieten entnommen hat. In diesen wurden die umstrittenen Pestizide nachgewiesen.
Erfolgreich ganz ohne „Gift“
Das Burgenland hat sich hingegen klar gegen den Einsatz der Neonicotinoide ausgesprochen. Die Notfallzulassung kam hier noch nie zur Anwendung. Angesichts der Studie und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt fordert Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf nun ein endgültiges Aus für das Pestizid. Sie appelliert an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, die Notfallzulassungen abzuschaffen. Denn gerade die Erfolge in der burgenländischen Bio-Landwirtschaft seien ein Beweis, dass es auch ohne Neonicotinoide gehe. „Mit mittlerweile rund 38 Prozent biologisch bewirtschafteten Flächen, kann man sagen, dass Bio bei uns angekommen ist. Wir belegen aktuell Platz zwei in Österreich“, so Eisenkopf.
Für nächste Woche wird zudem ein richtungsweisendes EuGH-Urteil zur Rechtmäßigkeit der Notfallzulassungen erwartet.













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