Tischtennis-Streit eskalierte vor EM-Quali-Spiel: Liu Jia mit Weinkrämpfen am Boden zerstört, die Legende wurde „ausgesperrt“.
„Robert hat die Order gegeben. Das hat nicht viel mit Dankbarkeit zu tun.“ Kopfschütteln bei den Funktionären, Weinkrämpfe bei Liu Jia. Das rund 30-minütige Streitgespräch zwischen der sechsfachen Olympia-Teilnehmerin Liu Jia und dem Filius des Froschberg-Managers war nicht zu überhören. Der angeblich angeordnet hatte, dass die Doppel-Europameisterin - wenn sie nicht zu den angeordneten Trainingszeiten in der Halle erscheint - blechen muss. „Ich hab nur weitergegeben, dass sie 3,30 Euro Tischmiete zahlen muss“, schüttelte Hallenwart Bernhard Deutsch den Kopf. Und „Susi“ konnte das verständlicherweise nicht fassen, ließ ihren Emotionen freien Lauf. Die ehemalige Froschberg-Spielerin kam gestern um 7.45 Uhr in die Halle, wollte sich auf das EM-Qualispiel gegen Serbien vorbereiten. Trainingsbeginn war allerdings erst für 9 Uhr angesetzt.
Tja, und so kam eines zum anderen. Das Match, bei dem Liu Jia dann am Abend bei der 2:3-Niederlage Ersatz war, wurde zur Nebensache. Robert Renner gab an, dass der Hallenwart die erfolgreichste österreichische Tischtennis-Spielerin wahrscheinlich nicht kannte. Lächerlich. Ein Foto der lokalen Heldin hängt in voller Größe in der Halle. „Natürlich weiß ich, wer Liu Jia ist“, so Deutsch.
Dem Ganzen geht eine jahrzehntelange Hassliebe voraus. „Susi“ spielte über 20 Jahre für Froschberg, gewann für den Verein zweimal die Champions League. Und ist jetzt kein Vereinsmitglied mehr. „Es leidet leider wie immer der Sport darunter“, so Sportdirektor Stefan Fegerl.
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