Die einen unterstützen es, die anderen lehnen es ab. Die Aktionen von Klimaaktivisten und Umweltschützern sorgen für Schlagzeilen, und gleichzeitig Diskussionen über deren Sinnhaftigkeit. Eine der Blockade-Maßnahmen führte in der Vergangenheit jedenfalls dazu, dass Lebensmittel in die Mülltonne wandern mussten und damit verschwendet wurden - Leidtragender: der Inhaber eines Ein-Mann-Unternehmens.
„60 Sandwiches konnte ich in die Biotonne schmeißen, weil die Zustellung nicht zeitgerecht möglich war“, macht sich der 59-jährige Franz R. gegenüber krone.at Luft. R. ist selbstständig, führt einen Ein-Mann-Betrieb im Bereich Catering und ist sein eigener Chef - daher auch für die Zustellung seiner Ware an die Kunden verantwortlich.
Den Beitrag über die jüngsten Blockaden der Letzten Generation am Montag in Graz, Innsbruck und Linz nahm der 59-Jährige zum Anlass, um sein Erlebnis mit Aktivisten zu schildern, das in Unkosten für ihn und Lebensmittelverschwendung endete. Er stand im Februar als einer von vielen im Stau, als in Wien-Donaustadt das Lobau-Camp von der Polizei geräumt wurde - zwei Stunden lang. Die Ware, die eigentlich für eine Kundin gedacht war, konnte er danach nicht mehr aushändigen und musste sie entsorgen.
„Die Art ist Schwachsinn“
Gleichzeitig betont der Koch aus Leidenschaft: „Mich stören ganz sicher nicht die Anliegen der Demonstranten. Ich bin ein Befürworter der Energiewende“, so R., der im kommenden Jahr Haus und Firma auf Solarenergie umstellen und auf ein E-Fahrzeug umsteigen will. Doch die Art, wie die Aktivisten den Klimaschutz-Anliegen Ausdruck verleihen, „ist Schwachsinn“, es treffe die Falschen. „Immer den kleinen Arbeitern wird das Leben schwer gemacht“, meint der 59-Jährige.
Seinem Ärger machte der Selbstständige auch auf Twitter Luft. Die Reaktionen auf seine Kritik kamen rasch - und veranlassten ihn dazu, den Tweet wenig später gleich wieder zu löschen. R.: „Es kam sofort zu Anfeindungen. Jede Kritik an diesen Aktionen wird sofort mit ,Klimaleugner‘ bis hin zu ,Nazi‘ - keine Ahnung, was das soll - quittiert.“
Emotionalität herrscht auf beiden Seiten, bei Befürwortern, aber auch Gegnern der Klima-Aktionen. Diskussionswürdig bleibt das Thema Klimawandel in jedem Fall, wohl aber auch, ob künstlich herbeigeführte Staus, am Landen gehinderte Flugzeuge und Verschwendung von Lebensmitteln durch Schütt- und Blockade-Aktionen zum entscheidenden Umdenken führen werden.
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