GUTEN MORGEN

Falscher Ort, falsche Zeit | Der Klimt-Anschütter

Was für eine willkommene Abwechslung von den vielen Krisen könnte und sollte eine Fußball-Weltmeisterschaft sein. Wie sehr würden wir uns Ablenkung ersehnen von Ukraine-Krieg und Teuerung, Corona und Gesundheitskrise, Asylmisere und mehr. Doch die „WM der Schande“, wie sie nicht nur ein „Krone“-Leserbriefschreiber dieser Tage bezeichnet hat, diese Endrunde im Unrechtsland Katar schafft das bisher nur höchst bedingt. Wie es der kluge Ex-Fußballer und internationale Erfolgstrainer Adi Hütter im „Krone“-Interview in dieser Woche so richtig formuliert hat: „Eine WM am falschen Ort zur falschen Zeit“. Und so widmen sich die „Krone“-Reporter Christian Reichel und Peter Klöbl vor Ort zu Recht nicht allein dem Sport, sondern auch den üblen Nebengeräuschen und -gerüchen. Sie berichten, wie es in der „Krone“ sein muss, von den Licht- und Schattenseiten. So findet Reichel: „Das hier ist eine WM der Gegensätze, die zum Nachdenken anregt, einen aber auch in seinen Bann zieht. Ungeachtet der negativen Begleitumstände leben die Fans ihre Begeisterung aus.“ Und Peter Klöbl sagt: „Noch nie hat eine WM die Fußballwelt so entzweit! Sportliche Sensationen, heftige politische Diskussionen - diese WM ist jetzt schon einzigartig!“ An unserer Berichterstattung jedenfalls besteht reges Interesse. Vermutlich halten es viele mit dem deutschen Star-Autor Axel Hacke. Der schrieb im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“, er werde sich die Spiele im TV nicht anschauen, er habe keine Lust „auf diese Art von Fußball, auf die FIFA, auf die Korruption“. Aber: „Ich werde natürlich nach den Ergebnissen schauen und die Berichte in der Zeitung lesen.“ Ein gutes Modell!

Der Klimt-Anschütter. Die Berichte in der Zeitung (oder gerne auch online) bei uns zu lesen - das ist, erlauben Sie mir die Eigenwerbung, überhaupt ein gutes Modell. Nicht nur in Katar und an anderen Ecken der Welt versuchen unsere Redakteurinnen und Redakteure den Scheinwerfer auf Licht- und Schattenseiten zu blenden. Wir tun es zum Beispiel auch bei einem Thema, das dieser Tage hierzulande mächtig für Aufregung sorgt: Klima-Kleber und Bild-Anschütter lösen heftigste, größtenteils negative Emotionen aus. Wir blicken auch da auf die andere Seite. Heute kommt der Klimt-Schütter von Wien bei Conny Bischofberger zu Wort. Der Aktivist Florian Wagner versichert, er sei kein Vandale, er liebe ja das von ihm angeschüttete Bild. Er sagt: „Es stimmt nicht, dass wir es zerstört haben. Das Bild blieb unbeschädigt. Wir nutzen das Museum als Bühne, um die Menschen aufzurütteln. Weil die Zerstörung der Natur offenbar nicht genug schockiert.“ Er findet, er und seine Mitstreiter von der „Last Generation“ seien ein Vorbild, „indem wir uns der Zerstörung der Lebensgrundlage von zukünftigen Generationen beherzt und entschlossen in den Weg stellen“. Das sieht zwar eine klare Mehrheit anders. Umso heftigere Reaktionen rief in dieser Woche der Kommentar von „Krone“-Redaktions-Doyen Kurt Seinitz hervor, in dem er gewisses Verständnis für die radikalen Aktionen zeigte, denn schließlich sei, schrieb er, Klimaschutz noch nie so „hautnah“ thematisiert worden. Hautnah - das hat was. Hautnahe Aktionen sind zumindest bemerkenswert. Und hautnahe Berichterstattung ist unsere Aufgabe!

Kommen Sie gut durch den Sonntag!

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