Es ist nicht einfach, in einer immer komplexeren und globalisierten Gesellschaft die regionale Identität nicht zu verlieren. Kultur hilft dabei. Volkskundler und Museumsleiter Karl C. Berger über „typisch Tirol“ - und warum dabei Indien eine Rolle spielt.
„Krone“: Herr Berger, Volkskultur wird gern als Gegenstück zur Hochkultur genannt. Ist sie das?
Karl C. Berger: Hochkultur ist in dieser Vorstellung das Qualitätsvolle, geistig Hochstehende, Noble, Städtische. Volkskultur, das Einfache, Unmittelbare, Archaische, Ländliche – auch das qualitativ Schlechtere. Das aber ist ein Gedankengang, der stark mit einer bürgerlichen, elitären Sichtweise des 19. Jahrhunderts zusammenhängt und schon damals von falschen Voraussetzungen ausging. Der Begriff Volkskultur hat durchaus etwas Egalitäres, ja Demokratisches in sich – und auch eine soziale Dimension.
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