So emotional und aufgebracht hat man den sonst sehr umgänglichen Werner Kogler noch nicht gesehen. Ein Abgeordneter der FPÖ hatte die Klimakleber bei der Parlamentssitzung am Donnerstag als „Terroristen“ bezeichnet, was den grünen Vizekanzler in Rage brachte. „Das gehört zum Schäbigsten, das in diesem Haus jemals passiert ist“, brüllte er. Mit den Worten „Das sind Menschen, die sich Sorgen machen“ nahm er die jungen Aktivisten in Schutz. Das Anschütten von Kunstwerken sei aber nicht sein Zugang, betonte er.
Wenig Verständnis für Klimaaktivisten
Tatsächlich hat kaum jemand Verständnis dafür, dass der Kampf für ein so wichtiges Thema wie Klimaschutz mit so radikalen und gesetzeswidrigen Mitteln geführt wird, wie die Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ das praktizieren - neulich im Wiener Leopold Museum. In einer Wärmflasche hatten sie schwarze Farbe ins Museum geschmuggelt und damit das Klimt-Gemälde „Tod und Leben“ verunstaltet.
Kogler hat recht, das sind keine Terroristen, weil sich ihre Gewalt nicht gegen Menschen richtet. Sehr wohl aber gegen deren Freiheit.
Beispiel Albertina: Dort werden Besucher am Eingang „aus aktuellem Anlass“ auf verschärfte Sicherheitsvorkehrungen aufmerksam gemacht. Alles - Jacken, Taschen, Flüssigkeit - muss bei der Garderobe abgegeben werden. Alles, bis auf das Handy. Das erzeugt ein Gefühl der Angst vor der nächsten Attacke. Und erinnert letztlich auch an Terroranschläge.
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