Zwölf Kassenstellen für Allgemeinmediziner sind derzeit allein in Tirol ausgeschrieben. Die Suche wird immer schwieriger, der Hausärztemangel ist seit Jahren österreichweit Thema. An der Medizin-Uni Innsbruck will man nun mit einem neuen Schwerpunkt gegensteuern. Doch reicht das?
An der Medizin-Uni Innsbruck geht man neue Wege, um junge Ärzte für die Allgemeinmedizin zu begeistern. Dort wurde heuer eine neue Stiftungsprofessur eingerichtet. Die Kosten trägt zu 80 Prozent die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK). Besetzt wurde die Professur mit einem, der das Problem aus der Praxis kennt: Alfred Doblinger ist seit mehr als 13 Jahren Kassenarzt und betreibt in Oberperfuss eine Praxis.
„Unsere Erwartungen wurden übertroffen“
Doblinger sieht gute Chancen, dass der Beruf Landarzt bei Jungmedizinern wieder im Kommen ist. Als ein Indiz dafür nennt er die 74 Anmeldungen für das Erweiterungsstudium. „Der Zulauf hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagt Doblinger.
Die Jungmediziner müssen sich bewusst sein, dass sie am Land oft Einzelkämpfer sind. Der Beruf ist fordernd, aber in seiner Vielfalt auch sehr interessant.
Alfred Doblinger, Professor für Allgemeinmedizin, Medizin-Universität Innsbruck
Ausbildungsplätze nach Studium sind Nadelöhr
Rektor Wolfgang Fleischhacker sieht einen wichtigen Schritt getan. Andere müssten folgen. Fleischhacker fordert etwa einen Bonus für Allgemeinmediziner bei den knappen Ausbildungsplätzen in den Spitälern. Die neue Tiroler Gesundheits-LR Cornelia Hagele (VP) bezeichnet die Primärversorgung in den Regionen als „unverzichtbaren Teil des regionalen Gesundheitssystems“. Sie verweist auf das neue Landesstipendium für Jungmediziner, die sich dazu verpflichten, fünf Jahre in Tirol zu arbeiten.
Noch Warten auf die ersten Primärversorgungszentren
Bei den Primärversorgungszentren ist Tirol noch Brachland. In anderen Bundesländern gibt es diese Zentren mit mehreren Ärzten und anderen Angeboten bereits. Arno Melitopulos-Daum, ÖGK-Bereichsleiter, sieht in den Verhandlungen mit den Ärzten nun Licht am Ende des Tunnels. Es gebe sechs bis sieben Interessenten-Gruppen. Osttirol, Raum Innsbruck und Unterland werden als mögliche Standorte genannt.








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