Gasalarm in Therme

Badegast-Kritik: Trotz Evakuierung noch abkassiert

Tirol
06.11.2022 10:34

Nach dem Chlorgasaustritt in der Therme Fügen im Tiroler Zillertal schildert ein Badegast der „Krone“, was bei der Evakuierung schiefgelaufen ist. Einer der Geschäftsführer des Freizeitbetriebs räumte im Gespräch Fehler ein.

„Ich war mit meiner Tochter im Innenbereich im Wasser, als wir Halskratzen bekommen und Gestank wahrgenommen haben“, erinnert sich ein Tiroler, der zum Zeitpunkt des Chlorgasaustritts mit seiner sechsjährigen Tochter in der Erlebnistherme war. Laut Ernst Erlebach, einem der Geschäftsführer, und auch laut Angaben der Feuerwehr, war der Chlorgehalt im Innenraum aber nie erhöht.

Nur im Außenbecken
Nur in einem Außenbecken sei es zum Austritt gekommen. „Daher haben wir nicht so einen Druck gemacht. Wir haben gewusst, dass in der Luft nichts fehlt, weil wir ständig mit dem Messgerät unterwegs waren“, begründet der Geschäftsführer.

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Direkt vor uns ist eine Frau umgefallen. Meine Tochter hatte Angst.

Ein Badegast

„Direkt vor uns ist eine Frau umgefallen“
Indes standen der Tiroler Badegast und seine Tochter in einer Warteschlange, um das Bad zu verlassen, weil die Durchgänge zunächst nicht geöffnet waren. „Direkt vor uns ist eine Frau umgefallen“, erzählt der 36-Jährige. Die Feuerwehr habe eine Kassa-Mitarbeiterin aufgefordert, alle herauszulassen. „Aber sie hat gesagt: ‚Die haben konsumiert, und das ist zu bezahlen.‘“

Auf Druck von Gästen und Feuerwehr ging Tür auf
Das könne er sich „nicht gut vorstellen“, kommentierte der Thermenchef diesen Vorwurf. Er erklärte dazu, dass Drehkreuze und Schranken nur bei Bränden automatisch aufgehen. „Bei Chlorgas muss man das händisch machen, das haben wir dann auch.“ Auch der Badegast bekräftigt, dass eine Mitarbeiterin schließlich den Ausgang geöffnet habe – auf großen Druck der Badegäste und auch der Feuerwehr.

„Es ist uns auch peinlich und unangenehm“
Viele Gäste seien dann nach draußen gegangen, einige hätten aber noch ihr Geld zurückverlangt, obwohl sie zum Gehen aufgefordert wurden, schildert Erlebach. „Und manche haben im Zuge dessen bezahlt, was sie konsumiert haben.“ Der Thermenchef räumt ein, dass Fehler passiert sind. „Es ist uns auch peinlich und unangenehm.“ Den Vorfall will er aufarbeiten. Wer an besagtem Tag im Bad war, erhält sein Geld zurück.

Zu dem Chlorgasaustritt war es gekommen, weil eine zuvor getauschte Klappe in einem Technikraum einen technischen Defekt hatte. Sieben Menschen mussten nach dem Zwischenfall ins Krankenhaus gebracht werden.

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