In Anstalt eingewiesen

Aus dem Nichts: Obdachloser prügelte Radler nieder

Steiermark
04.11.2022 17:34

Völlig aus dem Nichts riss ein Obdachloser im Sommer einen Steirer von seinem Fahrrad und verdrosch ihn brutal. Der geisteskranke Täter hat sich „bedroht gefühlt“. Am Freitag wurde er am Landesgericht Leoben in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen (nicht rechtskräftig). 

An einem herrlichen Sommertag ist ein 60-jähriger Südoststeirer mit seiner Frau zu einer Radtour im Ennstal aufgebrochen. Die beiden waren auf Urlaub, der sportliche Mann war gerade erst in Pension gegangen - ein Traumtag eigentlich.

Doch durch eine unheilvolle Begegnung auf einem Radweg bei Schladming wurde die gemütliche Tour zu einem Horrortrip: Das Ehepaar radelte an einem Mann vorbei, der mit einem großen Rucksack und einem Handwagen zu Fuß unterwegs war.

Wie aus dem Nichts versuchte der Obdachlose plötzlich die Frau vom Rad zu reißen. Ihr Partner eilte ihr zur Hilfe - und zog damit die Wut des Angreifers auf sich. Der Rumäne riss den 60-Jährigen vom Sattel, drosch wie von Sinnen auf ihn ein und versetzte ihm heftige Tritte, bis er nur noch wehrlos am Boden lag.

Opfer leidet noch heute unter Verletzungen
Der Pensionist erlitt mehrere Knochenbrüche. „Eine Gesichtshälfte ist noch immer taub“, schilderte er am Freitag am Landesgericht Leoben, wo sich der 41-jährige Obdachlose wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung verantworten musste.

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Über zwei Minuten sieht man Ihren Gewaltexzess. Das Gesicht des Opfers ist blutverschmiert und Sie dreschen weiter auf ihn ein. Ich sitze schon lange hier, aber so etwas habe ich selten gesehen.

Richter Roman Weiß zum Angeklagten, nachdem das Video der Tat gezeigt wurde.

Die irre Prügelattacke ist auf Video festgehalten, denn der Radler hatte gerade mit dem Handy die schöne Gegend gefilmt. „Ich habe mich provoziert gefühlt, er hat mich zur Belustigung gefilmt“, versuchte sich der Rumäne zu erklären.

Seit Jahren obdachlos und in ganz Europa unterwegs
Provoziert und verfolgt fühle er sich laut dem psychiatrischen Gutachter Manfred Walzl schon seit Jahren, von ganz vielen Menschen, vor allem von Radfahrern: „Er glaubt, die sind international vernetzt.“ Walzl diagnostiziert dem Mann, der schon lange auf der Straße lebt und durch Europa reist, paranoide Schizophrenie.

„Habe mich vor dem Psychiater verstellt“
Der Rumäne gesteht zwar die Tat, dass er psychisch krank ist, will er aber nicht gelten lassen: „Ich habe das dem Psychiater nur vorgespielt. Gefängnis ist das, was ich verdiene.“ Laut Gutachten war der Mann zum Tatzeitpunkt aber nicht zurechnungsfähig und ist auch jetzt „bei Weitem noch nicht austherapiert“. Es bestehe akute Gefahr, dass er auf freiem Fuß wieder ähnliche Taten begehen werde.

Der Schöffensenat war sich rasch einig: Der Rumäne soll in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden (nicht rechtskräftig).

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