Die Sorge vieler Russen, von der Teilmobilisierung Putins betroffen zu sein und dadurch an der ukrainischen Front zu landen, ist groß. Während viele die Flucht ins Ausland versuchen, hoffen manche, sich in ihren Wohnungen verschanzen zu können. Wie Videos von Überwachungskameras (siehe oben) in Russland zeigen, scheint letztere Strategie wohl mäßig erfolgreich zu sein - die Behörden brechen zum Teil nämlich einfach in die Gebäude ein.
Nach offiziellen Angaben des Kremls sollen 300.000 Männer mittels Teilmobilisierung die russischen Truppen verstärken. Kritiker fürchten, dass wesentlich mehr Männer von der Einberufung betroffen sein könnten - die Rede ist dabei gar von bis zu einer Million Männer.
Viele wollen nicht als „Kanonenfutter“ enden
Da die Russen offenbar nicht als „Kanonenfutter“ Putins enden wollen, zog es bereits viele ins benachbarte Ausland. Direktflüge sind seit Tagen ausgebucht, an den Grenzen bildeten sich kilometerlange Staus und viele versuchen, auf dem Fußweg oder per Fahrrad aus dem Land zu gelangen.
Das bringt auch gewaltige volkswirtschaftliche Probleme mit sich - der Großteil der Fliehenden ist schließlich gut ausgebildet und gehört eher zum wohlhabenderen Teil der Bevölkerung. Der durch die Flucht verursachte Brain-Drain führt also dazu, dass es in Russland zu einem massiven Fachkräftemangel kommen könnte.
Skurrile Methoden der Behörden
Während andere Russen sich bei Verwandten auf dem Land vor der Einberufung verstecken, versuchen viele es mit der Strategie, den Behörden schlicht die Türe nicht zu öffnen. Wie etwa ein Video aus Wladiwostok zeigt, kennt der Staat dabei jedoch kein Erbarmen. So bricht ein Beamter etwas stümperhaft durch ein offenes Fenster in ein Wohnhaus ein, nachdem offenbar niemand im Haus die Türe geöffnet hatte.
Daraufhin verschafft er seinen Kollegen den Zutritt, um die Vorladungen zur Stellung austeilen zu können. Im konkreten Fall dürfte die Initiative jedoch nicht von Erfolg gekrönt gewesen sein - wie russische Medien berichten, befand sich in dem Gebäude nämlich keine Person, die für den Wehrdienst vorgesehen wäre.
Schlechte Aussichten an der Front
Der Frust der Russen über die Mobilmachung ist dabei mehr als nachvollziehbar: Die Aussichten an der Front für die frisch einberufenen Soldaten sind offenbar eher mau - mehrere Berichte zeugen davon, dass sie nach einem kurzen Crash-Kurs mit mangelhafter Ausrüstung bereits in den Kampf geschickt werden.
Von ukrainischer Seite geht man zudem bereits davon aus, dass Dutzende nachgerückte Soldaten bereits gefallen sind. „Es ist, als würde ein Profiboxer gegen einen Schuljungen kämpfen“, bemitleidete der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowitsch die Einberufenen am Donnerstag.








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