Konflikt an der Grenze

Mindestens 36 Tote bei Kämpfen in Kirgistan

Ausland
18.09.2022 15:34

Bei Kämpfen zwischen Kirgistan und Tadschikistan sind mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. 139 weitere wurden verletzt, wie das Gesundheitsministerium von Kirgistan am Sonntag berichtete. Erst am Freitag hatten sich die beiden zentralasiatischen Länder auf eine Feuerpause geeinigt.

Schon kurz darauf warfen sich die beiden Parteien vor, die Vereinbarung verletzt zu haben. Das tadschikische Innenministerium teilte am Samstag mit, dass auf seinem Staatsgebiet mehrere Zivilpersonen getötet worden seien. Konkrete Zahlen nannte es nicht.

Zehntausende Menschen evakuiert
Laut kirgisischen Behörden wurden sicherheitshalber zehntausende Menschen aus der Konfliktregion gebracht. Seit Samstagabend habe es aber keine neuen Kampfhandlungen mehr gegeben. Die Nacht sei „ruhig und ohne Vorfälle“ verlaufen, tendenziell beruhige sich die Situation wieder.

Ursprünglich hatten sich die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken am Freitag auf eine Feuerpause geeinigt. An der Grenze ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Konflikten gekommen. Kirgistan und Tadschikistan sind Teil des von Russland angeführten Militärbündnisses Vertrag über kollektive Sicherheit (OVKS) und teilen eine 970 Kilometer lange Grenze, deren Verlauf zu knapp der Hälfte umstritten ist. 

Im Regelfall gibt jeder Staat der jeweils anderen Seite die Schuld an gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Verhandlungen kommen seit Jahren nicht voran. Diesmal schüren die Gefechte Ängste vor der gewaltsamen Zuspitzung eines weiteren Konflikts. 

Putin rief zu Deeskalation auf 
Eingebracht hat sich bereits der russische Präsident Wladimir Putin, der am Sonntag mit beiden Präsidenten telefonierte. Er rief sie dazu auf, eine „weitere Eskalation“ zu vermeiden. Beide Länder sollten Maßnahmen ergreifen, um die Situation so schnell wie möglich zu lösen, und zwar „ausschließlich auf einem friedlichen, politischen und diplomatischen Weg.“ Moskau würde dabei helfen, eine langfristige Lösung zu finden.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte unterdessen vor Reisen in die betroffenen Gebiete. In den Regionen Batken und Sughd seien Kämpfe und Schusswechsel „nicht ausgeschlossen“, hieß es.

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