Ziel verfehlt?

Erdogan/Putin: Getreide geht an reiche Länder

Ukraine-Krieg
08.09.2022 16:03

Ungefähr ein Monat nach der Wiederaufnahme von Agrarexporten über das Schwarze Meer haben der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin am Mittwoch Kritik an dem Getreideabkommen geäußert. So würde das Getreide nicht an arme, sondern an reiche Länder gehen. Das sei nicht das Ziel des Abkommens gewesen.

„Unser Ziel war es, die Lieferung von Getreide an die Armen sicherzustellen“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan laut der kroatischen Nachrichtenagentur Hina. Sein Land hat bereits selbst Getreide aus der Ukraine bekommen. Ein weiterer Abnehmer war laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Europäische Union, was ihn aber störe. „Solange die Sanktionen gegen Russland andauern, will Russland nicht, dass das Getreide an jene Länder geliefert wird, die Sanktionen verhängt haben. Das stört Putin“, sagte Erdogan.

Getreideschiff Razoni (Bild: Ukrainian Infrastucture Ministry Press Office via AP)
Getreideschiff Razoni

Russland will selbst Getreide liefern
Laut Erdogan will Russland möglichst bald selbst mit Getreidelieferungen beginnen, damit ausreichende Mengen in die armen Länder gelangen. Darüber wolle er Ende September bei einem Regionalgipfel in Usbekistan mit Putin sprechen. Dieser will wiederum vorschlagen, die Exporte an die Europäische Union zu begrenzen.

Sowohl die Ukraine als auch Russland zählen zu den weltweit größten Getreideexporteuren.  Da viele ärmere Länder auf die Importe angewiesen sind, hatten sich die beiden Kriegsparteien unter Vermittlung der UNO und der Türkei am 22. Juli auf ein Abkommen geeinigt. Russland hob daraufhin die Blockade der ukrainischen Schwarzmeer-Häfen für Getreidefrachter auf. In dem Abkommen ist jedoch nicht festgelegt, wohin das Getreide geliefert werden soll. Laut der in Istanbul ansässigen Koordinierungsgruppe gingen bis dato 30 Prozent der Fracht in ärmere Länder.

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