Faul oder aktiv?

Wie man sich im Urlaub am besten erholt

Der Sommerurlaub ist für viele die schönste Zeit im Jahr. Endlich mal nichts tun und sich entspannen. Doch oft bleibt dieses Vorhaben nur ein Wunsch - die Erholung stellt sich erst gar nicht ein oder sie verpufft, wieder zurück am Arbeitsplatz, bereits nach wenigen Tagen. Ein Stresscoach verrät, wie man seine „Batterien“ am besten auflädt und langfristig mehr vom Urlaub hat.

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Entspannen Sie gerne am Pool? Oder ist Ihnen ein actionreiches Sportprogramm lieber? Oder doch lieber Sightseeing? Die maximale Erholung erreichen wir mit einer gesunden Mischung aus Aktivitätsphasen und Mußezeiten, ist Stresscoach Mag. Brigitte Zadrobilek überzeugt. Nehmen Sie sich Zeit für Bewegung, Besichtigungen, Geselligkeit, Spiele, Ruhe und Muße - ohne dem Ziel, etwas erreichen zu müssen. „Das bedeutet ebenso, Grenzen zu setzen und sich die Erlaubnis zu geben, auch bei einem großen Angebot an Urlaubsaktivitäten ,Nein‘ zu sagen oder sich nicht dem Gruppenzwang unterzuordnen“, unterstreicht die Expertin. Abwechslung in den Urlaub zu bringen, das Sammeln neuer Erfahrungen durch eine andere Art zu reisen oder das Bewältigen von Neuem, verändert den Blickwinkel, erweitert die eigenen Handlungsspielräume und fördert die persönliche Stresskompetenz. Entspannung ist übrigens nicht unbedingt von der Dauer des Urlaubs abhängig, meint Mag. Zadrobilek. Ausschlaggebend ist, wie man die freie Zeit genießt, und nicht, wie lange sie dauert. Erholung kann also schon ab dem ersten Tag einsetzen, wenn es individuell die richtige ist. Auch ein abwechslungsreicher Urlaub zu Hause kann für Entspannung sorgen.

Strategien für eine sanfte Landung im Alltag
Kopf und Körper benötigen ein wenig Zeit, um in den gewohnten Rhythmus zurückzukehren. Forscher nennen dieses Phänomen „Post-Holiday-Syndrom“. In dieser Phase leiden Betroffene oft unter Niedergeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. „Man darf nicht vergessen, dass sich auch daheim der ganz normale Alltag angesammelt hat. Es ist ratsam, erst ein bis zwei Tage nach dem tatsächlichen Heimkommen wieder in die Arbeit zu gehen oder etwa an einem Mittwoch zu starten“, empfiehlt die Expertin. Der Vorteil ist einerseits, dass Zuhause alles in Ruhe erledigt ist, und andererseits, dass man mit einer kürzeren Arbeitswoche beginnt und so das Wochenende näher ist. Zadrobilek rät überdies, es in der Arbeit - wenn möglich - langsam anzugehen, am ersten Tag nicht zu viele schwierige Aufgaben einzuplanen und auf genügend Pausen zu achten.

Positive Erinnerungen geben im Alltag Kraft
Das Gehirn braucht Erinnerungsreize. Schon kleine Tricks helfen dabei, etwa ein Urlaubsfoto am Bildschirm oder am Handy, ein Mitbringsel am Schreibtisch, landestypische Musik oder das Nachkochen von Gerichten aus dem Urlaubsland. „Mit diesen kleinen Erinnerungen speichern wir schöne und positive Erlebnisse und Emotionen. Sie aktivieren die Belohnungszentren im Gehirn, versetzen uns in gute Stimmung, stärken das Immunsystem und fördern Zufriedenheit“, betont Stresscoach Zadrobilek. Das schöne „Urlaubsgefühl“ und die Entspannung halten länger an ...

Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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Dienstag, 16. August 2022
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