Tulln setzt seit 15 Jahren auf einen moderaten Anstieg der Einwohnerzahl. Geht diese Strategie?
Bereits 2010 hat Bürgermeister Peter Eisenschenk gewissermaßen die Stopp-Taste gedrückt. In den ersten zehn Jahren des neuen Jahrtausends war die Bevölkerungszahl in Tulln noch um nahezu ein Viertel angestiegen. „Die Stadt soll langsamer wachsen“, gab Eisenschenk damals die Devise aus.
Nicht in Anonymität verschwinden
Aus gutem Grund: „Wir wollten eine Stadt des Miteinanders werden, in der die Menschen nicht in der Anonymität verschwinden“, erklärt der Bürgermeister rückblickend. Zudem hat zu rasches Wachstum auch finanzielle Schattenseiten für die Kommune: Schließlich muss die Infrastruktur – also Kanal, Wasserversorgung, Kindergärten, Schulen, etc. – stetig an die Zahl der Einwohner angepasst werden.
Unser Motto lautet „Reduziertes Wachstum“. In den vergangenen fünf Jahren kamen 737 Hauptwohnsitzer dazu. Das entspricht einem durchschnittlichen Jahresplus von 0,9 Prozent.

Peter Eisenschenk, Bürgermeister von Tulln
Bild: Stadtgemeinde Tulln
Strategie ist bisher aufgegangen
Eisenschenks Strategie des langsameren Wachstums ist bisher aufgegangen. Das zeigt die Tullner Bevölkerungsentwicklung klar: Stieg die Einwohnerzahl von 2000 bis 2010 noch um durchschnittlich 2,3 Prozent pro Jahr, gab es in den folgenden zehn Jahren nur 1 Prozent und seither gar nur mehr 0,9 Prozent Zuwachs.
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