Schwere Angriffe

Selenskyj an Bewohner: „Verlasst sofort Donezk!“

Ausland
30.07.2022 23:11

Angesichts der massiven Angriffe der russischen Armee im Osten des Landes hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Menschen zum Verlassen des Gebiets rund um Donezk aufgerufen. „Im Donbass sind Hunderttausende Menschen, Zehntausende Kinder, viele lehnen es ab zu gehen“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Samstag. Er appellierte aber eindringlich an die Bewohner im Donbass, ihren Standpunkt zu überdenken.

„Glauben Sie mir“, sagte er in flehendem Ton. „Je mehr Menschen aus dem Donezker Gebiet gehen, desto weniger Leute kann die russische Armee töten.“ Zuvor hatte die ukrainische Regierung eine verpflichtende Evakuierung angeordnet mit der Begründung, dass die Bürger sich vor Beginn der Heizsaison rechtzeitig in Sicherheit bringen müssten, da die Gasleitungen durch den Krieg im Gebiet Donezk zerstört seien. Selenskyj betonte nun, dass alles organisiert werde für die Flucht der Menschen aus den von der Ukraine noch kontrollierten Gebieten der Region.

Wolodymyr Selenskyj (Bild: AP)
Wolodymyr Selenskyj

Der 44-jährige Staatschef bezeichnete Russland einmal mehr als einen „Terrorstaat“ und forderte die internationale Gemeinschaft auf, das Land zu isolieren. Wenn Russland von den USA als „Terrorstaat“ eingestuft werde, würden alle Partner die Verbindungen mit dem Land kappen. Der Präsident verurteilte noch einmal mit Nachdruck die Tötung von ukrainischen Kriegsgefangenen in einer Haftanstalt in Oleniwka im Gebiet Donezk. Nach russischen Angaben wurden dort am Freitag 50 Gefangene durch einen Raketenangriff von ukrainischer Seite getötet. Die Ukraine wiederum wirft Russland vor, die Soldaten gezielt getötet zu haben. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar.

„Das ist ein Massenmord“, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft. Je schneller Russland als „Terrorstaat“ eingestuft werde, desto rascher werde die Welt vor dem „Bösen“ geschützt. Nur so könnten alle Verbindungen zu dem Land gekappt werden, betonte er. Politische Gesten reichten nicht aus, das Kriegsverbrechen zu verurteilen. Es müssten Taten folgen.

Rotes Kreuz bittet um Zugang zu angegriffenem Gefängnis
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erbat indessen nach eigenen Angaben Zugang zu dem Gefängnis in Oleniwka. Man wolle „die Gesundheit und den Zustand aller Personen feststellen, die zum Zeitpunkt des Angriffs anwesend waren“. Das Rote Kreuz biete Hilfe bei der Evakuierung von Verwundeten und medizinische Hilfsgüter an, hieß es in einer Mitteilung vom Samstag.

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