19.07.2022 08:28 |

Vielfältige Nutzung

Die Erbse ist die „Kulturpflanze des Jahres“

Die Gesellschaft für Pflanzenbauwissenschaften hat erstmals eine Wahl zur „Kulturpflanze des Jahres“ durchgeführt. Die Mitglieder der im deutschsprachigen Raum tätigen Gesellschaft kürten die Erbse zur Siegerin des Jahres 2022. Die vor mehr als 9000 Jahren im Gebiet des fruchtbaren Halbmonds nördlich der arabischen Halbinsel domestizierte Erbse habe vielfältige Nutzungsmöglichkeiten als Futterpflanze, Trockenspeiseerbse und Rohstofflieferant für die Nahrungsmittelindustrie.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Geerntet wird die Erbse einerseits physiologisch unreif - als schmackhaftes Gemüse. Als reife Frucht haben Erbsen hohen Gehalt an wertvollen Proteinen und Stärke, teilte Hans-Peter Kaul vom Department für Nutzpflanzenwissenschaften der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien mit, der auch Präsident der Gesellschaft ist. Dass just im Mendeljahr - der am 20. Juli vor 200 Jahren geborene Gregor Mendel hat nach Kreuzungsversuchen mit Erbsenpflanzen die grundlegenden Vererbungsregeln entdeckt - die Erbse ausgewählt wurde, sei Zufall, sagte Kaul.

Sojabohne verdrängt Erbse
Die Erbse zählt zu den sogenannten Leguminosen. Diese leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien und können dadurch Stickstoff aus der Luft fixieren. Das macht sie unabhängig von der Stickstoffdüngung und damit an vielen Standorten unentbehrlich in der Gestaltung der Fruchtfolge speziell im ökologischen Landbau.

Aufgrund der Ausweitung der Sojabohnenproduktion ist die primär als Viehfutter genutzte Körnererbse nur noch die zweitwichtigste Körnerleguminose in der EU. In Ländern wie Österreich, Italien, Rumänien und Ungarn dominiert aufgrund des wärmeren Klimas der Anbau von Soja. Die Erbse spielt in diesen Ländern daher eine untergeordnete Rolle.

150.000 Hektar in der EU für Erbsen
Gemüseerbsen, wie man sie etwa aus dem Tiefkühlregal kennt, werden in der EU auf etwas mehr als 150.000 Hektar angebaut. Die wichtigsten Produzenten sind Frankreich, Ungarn, Spanien, Italien und Belgien. In Österreich wurden Gemüseerbsen auf rund 2200 Hektar kultiviert.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 11. August 2022
Wetter Symbol