Im Vorjahr führte die Vorarlberger Exportwirtschaft Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von sagenhaften 12,6 Milliarden Euro aus - ein neuer Allzeitrekord!
Wenn es um die wirtschaftliche Entwicklung geht, wird in diesen Tagen vieles schwarz gemalt. Die Inflation, die Pandemie, die Angst vor Energieengpässen, der Fachkräftemangel, die unsichere geopolitische Lage - die Liste an realen und potenziellen Wachstumshemmern ist lang, die Angst vor einer Rezession folglich nicht unbegründet. Dabei wird allerdings oft außer Acht gelassen, wie exzellent es der heimischen Wirtschaft trotz all Widrigkeiten immer noch geht. Die Arbeitslosenquote ist auf dem niedrigsten Stand seit über 20 Jahren, die Auftragslage nach wie vor gut.
Als Fels in der Brandung erweist sich einmal die produzierende Exportwirtschaft - angesichts der stockenden Lieferketten, Rohstoffknappheit und diverser anderer Störfeuer ein durchaus bemerkenswerter Umstand. In den vergangenen Wochen haben die meisten großen Vorarlberger Unternehmen ihren Geschäftsbericht präsentiert - und in der Regel war dieser ein „Buch der Rekorde“.
Exporte im Wert von 31.000 Euro pro Kopf
Die Wettbewerbsfähigkeit der Vorarlberger Unternehmen schlägt sich auch eindrucksvoll in der Außenhandelsbilanz für das Jahr 2021 nieder: In Summe haben die rund 5000 exportierenden Firmen Waren und Dienstleistungen im Wert von 12,6 Milliarden Euro ausgeführt - ein Allzeithoch. Anders formuliert: Pro Einwohner wurden Waren im Wert von über 31.000 Euro in die Welt verfrachtet - der absolute Spitzenwert in Österreich. Gegenüber dem Pandemiejahr 2020 legten die Exporte um 21,2 Prozent zu - mit Ausnahme der Nachkriegsjahre gab es nie ein größeres Wachstum zu verzeichnen.
Vorarlberg profitiert sehr stark davon, dass die rund 5000 heimischen Exporteure über den Tellerrand blicken und ihre erstklassigen Produkte und Dienstleistungen erfolgreich auf internationalen Märkten vertreiben.
Wilfried Hopfner, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg
Unterm Strich betrug der Handelsbilanzüberschuss geradezu aberwitzige 3,3 Milliarden Euro - es gibt nicht viele vergleichbare Regionen in Europa, die das toppen. Pikantes Detail: Den eklatantesten Handelsbilanzüberschuss konnte Vorarlberg mit 560 Millionen Euro mit den Vereinigten Staaten erzielen - es ist also nur gut, dass dort ein gewisser Donald Trump nicht mehr Präsident ist. Auch wenn Produkte aus dem Ländle in der ganzen Welt gefragt sind, so gehen nach wie vor über 60 Prozent der Ausfuhren in andere EU-Staaten - Vorarlberg profitiert nach wie vor extrem vom gemeinsamen Wirtschaftsraum, selbst wenn das notorischer EU-Kritiker nicht immer wahrhaben wollen. Wichtigster Handelspartner ist und bleibt mit großem Abstand Deutschland.
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