Chinesische Forscher haben eigenen Angaben zufolge eine künstliche Intelligenz entwickelt, die in der Lage sein soll, Gedanken zu lesen, um die Loyalität der Bürger gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas zu messen. In einem inzwischen gelöschten Video und Artikel erklärte das Hefei Comprehensive National Science Centre, die Software könne die Reaktionen der Parteimitglieder auf „Gedanken und politische Bildung“ messen, indem sie Gesichtsausdrücke und Gehirnströme analysiere.
Die Ergebnisse könnten dann verwendet werden, um das „Vertrauen und die Entschlossenheit“ der Bürger, „der Partei dankbar zu sein, der Partei zuzuhören und ihr zu folgen, weiter zu festigen“, zitierte die britische „Sunday Times“ aus dem Bericht. Dieser sei jedoch kurz nach seiner Veröffentlichung am 1. Juli, dem Gründungstag der Partei, wieder aus dem Internet verschwunden - offenbar nach einem öffentlichen Aufschrei, dass ein solches KI-System selbst in einer Gesellschaft, in der der Staat routinemäßig die Privatsphäre des Einzelnen beeinträchtigt, zu viel sei, berichtete die Zeitung.
„Rote Linie überschritten“
Dr. Lance B. Eliot, Experte für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, betonte gegenüber dem „Forbes“-Magazin, dass es ohne Kenntnis der Einzelheiten der Forschungsstudie unmöglich sei, die Gültigkeit der Behauptungen des Instituts zu beweisen. „Dies ist sicherlich nicht das erste Mal, dass eine Gehirnwellen-Scan-Funktion bei menschlichen Probanden in einer Forschungsarbeit eingesetzt wurde“, schrieb er. „Allerdings ist die Verwendung zur Messung der Loyalität gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas nichts, worauf man sich konzentrieren würde. Wenn eine solche künstliche Intelligenz von der Regierung zur Kontrolle eingesetzt wird, ist eine rote Linie überschritten.“
Sanktionen gegen „Waffen zur Steuerung des Gehirns“
Bereits im vergangenen Dezember hatte das US-Handelsministerium laut „Insider“ mehrere chinesische Forschungsinstitute mit Sanktionen belegt, weil sie an der Entwicklung von Biotechnologie beteiligt gewesen sein sollen, darunter auch „angebliche Waffen zur Steuerung des Gehirns“. „Das wissenschaftliche Streben nach Biotechnologie und medizinischer Innovation kann Leben retten“, sagte US-Handelsministerin Gina M. Raimondo damals anlässlich der Verhängung der Sanktionen. Leider nutze die Volksrepublik China diese Technologien, „um die Kontrolle über ihr Volk und die Unterdrückung von Angehörigen ethnischer und religiöser Minderheiten auszuüben.“
Die chinesische Regierung ist in die Kritik geraten, weil sie KI und Gesichtserkennungstechnologie einsetzt, um die ethische Minderheit der Uiguren zu verfolgen und zu kontrollieren. Laut dem Ausschuss für auswärtige Beziehungen des US-Senats werden zwischen eine und drei Millionen Uiguren von der Kommunistischen Partei Chinas in „Umerziehungslagern“ festgehalten.












Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).