"Wir glauben nach wie vor, dass wir im Recht sind. Deshalb werden wir Protest gegen die Geldstrafe einlegen", sagte Präsident Trenkwalder in einer ersten Reaktion. "Von einem Punkteabzug oder der Aberkennung des Titels war in keiner Weise die Rede. Dafür gab es keinerlei Angriffspunkte", so Trenkwalder. Altach hatte sich Chancen auf den Aufstieg ins Oberhaus ausgerechnet, denn die Vorarlberger hatten die zweithöchste Spielklasse mit nur einem Zähler Rückstand auf die Admira abgeschlossen.
Ohne einen konkreten Namen zu nennen, sprach Trenkwalder von einem "nicht sehr sportlichen Verhalten eines Vereins". Da die Bundesliga von der Admira nicht von der Vertraulichkeit entbunden worden ist, gab es vonseiten der Liga keine Reaktionen zur Causa, auch die genaue Höhe der Strafe blieb geheim.
Manager: "Jede Geldstrafe ist zu viel"
Admiras General Manager Alexander Friedl war stets felsenfest überzeugt, dass es keine Auswirkungen auf den Spielbetrieb geben werde. "Ein Punkteabzug war für uns kein Thema, wir waren immer optimistisch. Diese Sache hat uns sehr viel Zeit geraubt. Das Urteil ist nicht zufriedenstellend, jede Geldstrafe ist zu viel. Wir sind nach wie vor der Meinung, korrekt gehandelt zu haben", so Friedl.
"Auch durch die mediale Vorverurteilung ist es uns anscheinend nicht gelungen, den Senat 5 zu überzeugen", erklärte Friedl weiter. Die Kühbauer-Schützlinge starten nun am 16. Juli mit einem Auswärtsmatch vor leeren Tribünen im Hanappi-Stadion gegen Rapid in die Saison. Für Altach geht es bereits am 11. Juli daheim gegen die Vienna los.
Altach will nicht aufgeben
Altach hatte bereits vor der Entscheidung der Bundesliga angekündigt, in der Causa alle rechtlichen Mitteln ausschöpfen zu wollen. Die Vertagung der Liga hätte diese Möglichkeiten zeitlich weiter erheblich eingeschränkt, da die Einhaltung des verbandsinternen Instanzenwege vor Beginn der Spielsaison 2011/12 am 11. Juli nun keine endgültige Entscheidung mehr bringen würde.
Wie Altach in einer Aussendung feststellte, sei man trotzdem "nahezu gezwungen", einen Antrag auf einstweilige Verfügung einzubringen. Auch, wenn diese wenig Aussicht auf Erfolg habe. "Die 'faktische Übermacht' der Österreichischen Fußball-Bundesliga gegen Mitglieder, die ihre Rechte wahrnehmen, wird einem gerade als Vorarlberger Verein aus dem fernen Westen wieder einmal sehr deutlich vor Augen geführt", hieß es in dem Statement. Altach habe sich aber entschlossen, diese Angelegenheit wenn nötig auch nach Beginn der Spielsaison aufklären zu wollen.
Doppelte Verträge abgeschlossen?
In der Causa geht es um Vertragskonstrukte, die angeblich zwischen der Admira und Spielern abgeschlossen wurden. In den offiziellen Verträgen, die an die Liga gingen und als Grundlage für die Lizenzierung dienten, scheinen Brutto-Bezüge auf. In den inoffiziellen, einem mit der Firma von Mäzen Richard Trenkwalder abgeschlossenen "Generalvertrag", sollen die Spieler zusätzliche Netto-Summen kassiert haben.
Weil die Bundesliga doppelte Kontrakte jedoch strikt verbietet und mit harten Sanktionen ahndet, finden diese selten den Weg an die Öffentlichkeit. Im Fall der Admira kam die Sache durch ein klassisches Eigentor ins Rollen: Mit den betroffenen Spielern waren Generalverträge aufgesetzt worden, die der Admira letztendlich zu teuer erschienen. Beide gingen zur Gewerkschaft, der Fall flog auf.
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