Tausende Österreicher verfallen dieser Tage beim Blick auf ihr Online-Bankkonto in Schockstarre: Viele Wertpapierdepots verzeichnen gegenüber dem Jahresbeginn ein Minus. Soll man jetzt die Nerven wegschmeißen oder doch ruhig bleiben? Wir haben bei Petra Zehetleitner-Ruderer von der Raiffeisen-Landesbank Steiermark nachgefragt. Ihr Tipp: kühlen Kopf bewahren und am Anlageziel festhalten.
Der Krieg in der Ukraine, explodierende Energiepreise und die Risiken einer drohenden Stagflation (eine Periode, in der die Wirtschaftsleistung stagniert oder sogar sinkt, die Inflation aber gleichzeitig hoch ist): All das wirbelt die Finanzmärkte weltweit gerade gehörig durcheinander. Ein Wertrückgang von zehn Prozent und mehr ist bei Wertpapier-Depots derzeit keine Seltenheit.
„Bleiben Sie Ihrer Strategie treu“
Was sagt Petra Zehetleitner-Ruderer, die Leiterin des Bereichs „Sparen und Veranlagen“ bei der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, dazu? „Jedes Investment unterliegt temporären Schwankungen, die Entwicklung ist nie linear. Wichtig ist, das Anlageziel im Auge zu behalten und langfristig seiner Strategie treu zu bleiben.“
Die Kunden bewahren Ruhe, schmeißen nicht die Nerven weg. Im Gegenteil: Wir haben derzeit mehr Depot-Eröffnungen als Depot-Schließungen.
Petra Zehetleitner-Ruderer (Raiffeisen-Landesbank Steiermark)
Die Expertin ist aber optimistisch, dass sich bis Jahresende die Lage wieder beruhigt - vorausgesetzt der Krieg weitet sich nicht aus, die Energiepreise erholen sich und die Erdgaslieferungen bleiben aufrecht.
Steirer geraten nicht in Panik
Wie reagieren die Steirer auf die aktuelle Situation? „Die Kunden bewahren Ruhe, schmeißen nicht die Nerven weg. Im Gegenteil: Wir haben derzeit mehr Depot-Eröffnungen als Depot-Schließungen.“ Die Erklärung dazu: „Niedrige Zinsen und eine höhere Inflation verstärken die Nachfrage nach Sachwerten - Aktien sind dabei eine sinnvolle Möglichkeit. Jedoch immer breit und global gestreut. Hier sind mittlerweile nachhaltige Lösungen im Trend; Kunden fragen auch nach Beimischungen im Bereich ,Smart-Energy‘.“
Expertin Petra Zehetleitner-Ruderer rät deshalb: „Wenn man einen Teil des Ersparten langfristig werthaltig anlegen möchte, dann einfach starten - der optimale Einstiegszeitpunkt ist immer jetzt. Die Zeit und die Streuung sind die wichtigsten Faktoren einer erfolgreichen Veranlagung.“
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