08.04.2022 14:00 |

Land bestimmt künftig

Jugendverein „akzente“ im Förder-Dilemma

Rund 1,5 Millionen Euro Förderung kassiert der Verein akzente Salzburg jedes Jahr für seine Jugendarbeit vom Land Salzburg. Doch die derzeitige Praxis widerspricht dem Vergaberecht. Will der Verein weiter die Fördersumme erhalten, dann muss er seine bisherige Unabhängigkeit aufgeben und das Land mitbestimmen lassen.
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Jugendinfo-Stellen, Ferialjobbörse, Suchtprävention oder der aktuelle Jugendreport – die Arbeit von akzente Salzburg ist vielseitig. Dafür bekommt der Verein jährlich 1,5 Millionen Euro Landesförderung. Doch ein genauer Blick auf die Förderverträge zeigte: Die aktuelle Praxis ist mit dem Vergaberecht nicht vereinbar.

Will akzente weiterhin ohne Ausschreibung Förderung kassieren, dann muss dem Land mehr Mitsprache eingeräumt werden. „Wir brauchen mehr Mitglieder in der Generalversammlung“, konkretisiert Landesrätin Andrea Klambauer (Neos), die festhält, dass man gerne weiter mit akzente zusammenarbeite. Das will auch der Verein, doch muss er dafür seine Unabhängigkeit aufgeben und zum Landesverein werden. „Natürlich kann es sein, dass andere Schwerpunkte gesetzt werden“, sagt Geschäftsführer Alexander Mitter. Er erwartet aber keine wesentlichen Änderungen in der Arbeit.

Darauf will auch die Opposition ein Auge haben. „Dass man im Vorstand als Land Salzburg und Hauptfördergeber sitzen und mitsprechen möchte, das verstehe ich. Aber die Arbeit der Akzente darf es nicht beeinträchtigen und die Jugend muss stets im Fokus stehen!“, sagt SPÖ-Landtagsabgeordnete Barbara Thöny.

Bei einer Sitzung zwischen akzente und Landesregierung hat man sich auf einen Kompromiss geeinigt: Von den bisher 27 Mitgliedern in der Generalversammlung werden künftig nur noch neun stimmberechtigt sein. Davon bestimmt sieben das Land, wobei drei aus dem Landesjugendbeirat kommen. „Mir war wichtig, dass weiterhin Jugendvertreter drinnen sitzen“, sagt Simon Heilig Hofbauer (Grüne). Klambauer wollte erst nur eine stimmberechtigte Person des Landes. Die Vereinsstatuten werden in den nächsten Wochen angepasst.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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