Fr, 22. Juni 2018

FIFA-Skandal

31.05.2011 12:25

Für WM-Stimme Umbenennung des FA-Cups verlangt

Im aktuellen FIFA-Bestechungsskandal werden immer absurdere Forderungen von Spitzenfunktionären bekannt. So soll Nicolas Leoz aus Paraguay (in der Bildmitte) als Gegenleistung für seine Unterstützung der WM-Bewerbung Englands gefordert haben, dass der traditionsreiche FA-Cup nach ihm benannt wird. Dies hat der Anwalt James Dingemans, der nach den Bestechungsvorwürfen gegen vier FIFA-Spitzenfunktionäre einen knapp 200-seitigen Untersuchungsbericht anfertigte, offenbart.

Der Report für Englands Fußballverband wurde an die FIFA weitergeleitet, die am Montagabend eine 33 Seiten lange Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse veröffentlichte. Dingemans präsentierte darin eine E-Mail, in der Leoz über einen Verbandsvertreter verlangt haben soll, dass der FA-Cup, der älteste Pokalbewerb der Welt, seinen Namen trägt.

Ersuchen nach kurzer Diskussion abgelehnt
Nach kurzen Diskussionen, ob eventuell ein anderer Bewerb nach Leoz benannt werden solle, habe das Bewerbungskomitee jedoch sämtliche Pläne verworfen. Ex-FA-Chef David Triesman hatte vor drei Wochen sogar behauptet, der 82-Jährige habe einen Ehrenrittertitel für seine Stimme gefordert. Leoz, seit 1986 Präsident des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL, bestreitet alle Vorwürfe.

Bei der Parlamentsanhörung am 10. Mai hatte Triesman neben Leoz drei weitere Mitglieder der FIFA-Exekutive der Bestechung bezichtigt. Leoz, FIFA-Vize Jack Warner (Trinidad & Tobago), Brasiliens Verbandschef Ricardo Teixeira und Worawi Makudi (Thailand) hätten "unsachgemäß und unethisch" gehandelt und unlautere Forderungen als Gegenleistung für Stimmen gestellt.

"Keine weiteren Schritte nötig"
Nach einer ausgiebigen Untersuchung wurden alle vier Funktionäre von den Triesman-Vorwürfen vorläufig entlastet. Es seien keine Beweise gefunden worden, hatte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke am Sonntag erklärt. Auch FIFA-Präsident Joseph Blatter schloss weitere Ermittlungen vorerst aus. "Es sind keine weiteren Schritte nötig", sagte der Schweizer auf seiner Pressekonferenz am Montagabend.

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