17.03.2022 11:54 |

Valneva optimistisch

Austro-Impfstoff erwartet EU-Zulassung im April

Viele Impfskeptiker im Land warten nach wie vor auf die Zulassung des österreichisch-französischen „Totimpfstoffs“ der Firma Valneva. Nun könnte es bald soweit sein - Valneva Austria erklärte, dass man mit einer Zulassung im April rechnet. Wie schon das bereits zugelassene Vakzin von Novavax setzt das Unternehmen auf eine jahzehntelang bewährte Herstellungsart -klinische Versuche hätten dabei eine Immunantwort gegen Delta und Omikron gezeigt.

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Mit dem Impfstoff „VLA2001“ wolle man „den einen oder anderen überzeugen, sich bis zum Herbst doch noch impfen zu lassen“, erklärte Christoph Jandl von Valneva Austria Donnerstag bei einer online-Pressekonferenz. Er erwartet die Zulassung von VLA2001 durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) im April für die Altersgruppe der 18- bis 55-Jährigen.

„Wir haben alle nötigen Dokumente bei der EMA eingereicht und alle ihre Fragen beantwortet“, sagte Jandl. Eine Auslieferung in Österreich wäre demnach im Mai möglich.

Impfstoff enthält ganzes Virus
Der Ganzvirusimpfstoff enthält nicht nur den Andock-Eiweißstoff (Spike Protein) von SARS-Cov-2, sondern das Virus würde in abgetöteter Form als Ganzes dem Immunsystem präsentiert, sagte Jandl: „Der Vorteil davon ist, dass das Immunsystem auch andere Virusbestandteile sieht und eine tendenziell breitere Immunantwort ausgelöst wird“. Diese Technologie ist schon seit über hundert Jahren beim Tollwutimpfstoff bewährt, und wird auch zum Beispiel bei der „Zeckenimpfung“ (FSME) und gegen Hepatitis-Viren angewendet.

Entwicklung ein langwieriger Prozess
Seine Herstellung war allerdings ein langwieriger Prozess, deshalb war der Valneva-Totimpfstoff nicht so schnell verfügbar wie etwa mRNA- und Vektor-Vakzine, erklärte er. Zunächst wurde das Coronavirus von einer erkrankten Frau aus China in Italien isoliert, so Jandl. Dann habe man im Hochsicherheitslabor Zellen in Kulturschalen infiziert, und die Viren wurde darin vermehrt, bis große Mengen zur Verfügung standen. Anschließend isolierten die Labormitarbeiter die Viren aus den Zellkulturbestandteilen und inaktivierten die Krankheitserreger chemisch.

Die Viren sind deshalb nicht mehr infektiös, aber alle ihre Oberflächenbestandteile sind intakt und können vom Immunsystem erkannt werden, so Jandl. Nach dem Zusatz von Wirkverstärkern (Adjuvantien) und Stabilisatoren wurde das Vakzin in Chargen abgefüllt. „Jede einzelne davon wird in unseren Labors und zusätzlich von den Behörden getestet“, sagte er. Der gesamte Herstellungsprozess würde in Europa abgewickelt.

Wirkt bei allen bisher bekannten Varianten
In den klinischen Studien habe man auch Immunreaktionen gegen andere SARS-CoV-2 Bestandteile als das Spike-Protein beobachtet, deshalb würde der Impfstoff VLA2001 auch gut gegen verschiedenste Varianten wirken. Bei Delta und Omikron wurden jedenfalls neutralisierende Antikörper nachgewiesen.

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