11.03.2022 20:46 |

10 Mrd. € in 10 Jahren

Budgeterhöhung macht das Heer wieder wehrfähig

Aufatmen beim Bundesheer! Nach dem jahrzehntelangen Investitions-Rückstau eröffnet sich mit der geplanten Budgeterhöhung auf ein Prozent des Bruttoinlandproduktes die Möglichkeit, so nachzurüsten, dass unser Heer wieder wehrfähig wird. Davon jedenfalls gehen sowohl Ministerin Tanner als auch Generalstabschef Brieger aus. Von zehn Milliarden Euro in zehn Jahren ist die Rede.

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Eigentlich ist es eine Groteske, dass erst die blutige Invasion Russlands in die Ukraine zum Umdenken in der europäischen Sicherheitspolitik geführt hat. Aber nicht nur in Deutschland, wo die Bundeswehr mit einem 100 Milliarden Euro schweren Sonderfonds modernisiert wird, auch in Österreich bahnt sich ein „Investitions-Turbo“ an. Denn Bundeskanzler Karl Nehammer hat angekündigt, das Heeresbudget von 0,76 Prozent auf ein Prozent - sprich von 2,7 auf rund 3,4 Milliarden Euro - pro Jahr anzuheben.

Wie Generalstabschef Robert Brieger im „Krone“-Telefonat bestätigte, benötigt das Heer in den nächsten zehn Jahren tatsächlich bis zu zehn Milliarden Euro, „um alle Waffengattungen wieder instand zu setzen“.

Nachdem Ministerin Tanner bereits darauf gepocht hatte, in Mobilität, Autarkie und Schutz zu investieren, konkretisierte Österreichs oberster Militär diese Modernisierungsstrategie. „Wir haben bereits begonnen, die Hubschrauberflotte mit 18 Leonardo-Helikoptern zu erneuern. Diese Aufrüstung muss aber ebenso ergänzt werden wie die passive und aktive Luftraumüberwachung“, so der General.

Zweisitzige Eurofighter, um Flugkosten zu senken
Und sogar von Eurofighter-Zweisitzern ist die Rede. Denn durch den Ankauf von drei gebrauchten „Doppelsitzern“ könnte das Heer die Aus- und Weiterbildung von Piloten selbst durchführen und müsste nicht für teure Schulungen in Italien oder Deutschland aufkommen.

Black-Hawk-Flotte soll verdoppelt werden
Erfreulich: Sogar an die Anschaffung einer zweiten Black-Hawk-Staffel wird gedacht. Somit könnte Österreich dann über 24 der in allen Katastropheneinsätzen bewährten Helikopter (Bild unten) verfügen. Um zeitgemäß gegen mögliche Attacken von außen gewappnet zu sein, steht auch die Aufrüstung mit Drohnen und Drohnenabwehr auf der Nachrüstungsliste. Zudem müssen „in die Jahre gekommene Panzer“ revitalisiert werden.

Schutz der Soldaten oberste Priorität
Am wichtigsten ist für General Brieger allerdings der Schutz der Infanterie. Radpanzer für die Mobilität und ordentliche Mannesausrüstung für die Soldaten haben dabei absolute Priorität. Jeder Soldat müsse ordentlich geschützt werden. Abschließend versichert Brieger: „Wir kaufen nichts, was wir nicht dringend brauchen!“

Christoph Matzl
Christoph Matzl
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