Blasenentzündung

Harnweginfekt - was stimmt wirklich?

Zu Blasen- und Harnwegentzündungen gibt es viele Mythen. Wir sehen uns die Fakten an. Das ist übrigens auch interessant für Männer! Ja, auch die können nämlich betroffen sein.

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Die meisten Frauen kennen es - leider: ein brennender Schmerz beim Wasserlassen.Schon wieder eine Blasenentzündung? Hier springen gleich Freundinnen, die Tante oder die Nachbarin mit hilfreichen Tipps ein. Nicht alle Weisheiten sind jedoch sinnvoll. Erfahren Sie, was wahr ist und was ins Reich der Märchen gehört:

Die Blasenentzündung ist lästig, aber verläuft oft harmlos.
Stimmt! Die Blasenentzündung stellt zwar eine bakterielle Infektion der unteren Harnwege dar, lässt sich aber oft ohne Antibiotikum ausheilen. Nur selten kommt es zu Fieber, Nierenschmerzen oder Blut im Urin.

Auch Männer haben solche Infekte.
Stimmt teilweise. Vor dem 50. Lebensjahr tritt bei „ihm“ eine Blasenentzündung aber eher selten auf. Diese Infekte sind typische „Frauenleiden“. Gründe dafür findet man in den anatomischen Unterschieden. Die Harnröhre ist bei Frauen ganz einfach kürzer als bei Männern. Dadurch können Bakterien leichter in die Harnwege eindringen. Die Harnröhre der Frau befindet sich außerdem näher zum Darmausgang. Das ist deshalb ein Problem, weil drei von vier Harnwegsinfektionen durch sogenannte E.-coli-Bakterien, die natürlich im Stuhl vorhanden sind, verursacht werden.

Viel trinken ist wichtig - was, ist aber egal.
Stimmt nicht! Zuckerhältige Säfte sind ungeeignet, denn der Zucker dient auch den Bakterien als Nahrung. Das in manchen Softdrinks enthaltene Koffein dehydriert zudem den Körper, genauso wie Kaffee und Schwarztee. Dadurch können die Bakterien weniger gut ausgespült werden. Am besten eignen sich Wasser oder Kräuter- sowie Blasen- und Nierentees aus der Apotheke.

Antibiotika sind das einzig wahre Mittel in solchen Fällen.
Falsch! Antibiotika sollten nicht zu häufig eingesetzt werden, da sie einerseits das eigene Immunsystem schwächenund die Bakterien andererseits bei regelmäßiger Einnahme auch Resistenzen gegen sie bilden können. Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung ohne Fieber und Blut im Urin sollte im Bestfall auf Antibiotika verzichtet werden.

Leichte Erkrankungen des Unterleibs lassen sich gut mit Hausmitteln behandeln.
Stimmt! Gerade im Falle leichter Blasenentzündung kann man bei Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen zu verschiedenen Hausmitteln greifen. Neben reichlichem Trinken gilt es etwa, den Körper warmhalten. Dies entspannt und kann dabei helfen, Schmerzen zu lindern. Außerdem lässt sich durch viel Schlaf und Ruhe das Immunsystem stärken, was dazu führt, dass Bakterien aktiver bekämpft werden können.

Nicht zuletzt haben sich auch verschiedene Heilpflanzen bei der Behandlung von Blasenentzündungen ausgezeichnet. So zum Beispiel Cranberry, die das Anhaften der Bakterien an die Blasenschleimhaut verhindert. Aber auch Kren und Kresse mit ihrer antibakteriellen sowie Birkenblätter mit ihrer ausspülenden Wirkung haben sich bewährt.

Eva Greil-Schähs
Eva Greil-Schähs
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