„Zahlreiche Fälle“

Minister wirft Putins Soldaten Vergewaltigung vor

Ausland
04.03.2022 16:44

Immer wieder hat die Ukraine seit Beginn der russischen Invasion den Vorwurf von Kriegsverbrechen erhoben. Nun geht der ukrainische Außenminister sogar noch einen Schritt weiter. Russische Soldaten sollen in ukrainischen Städten Frauen vergewaltigen, heißt es. Überprüfbar sind die Vorwürfe derzeit allerdings nicht.

„Wenn Bomben auf ihre Städte fallen, wenn Soldaten Frauen in den besetzten Städten vergewaltigen - und wir haben leider zahlreiche Fälle, in denen russische Soldaten Frauen in ukrainischen Städten vergewaltigen -, ist es natürlich schwierig, über die Wirksamkeit des Völkerrechts zu sprechen,“ sagte Außenminister Dmytro Kulebabei einer digitalen Veranstaltung im Chatham House in London. Das Völkerrecht sei aber das einzige Werkzeug der Zivilisation, um sicherzustellen, dass alle, die diesen Krieg ermöglicht hätten, schließlich vor Gericht gestellt würden.

Aussage derzeit nicht überprüfbar
Kuleba liefert allerdings keine Beweise für seine Aussage, auch die Nachrichtenagentur Reuters meldete, man könne die Äußerungen derzeit nicht unabhängig überprüfen. Fakt ist allerdings, dass die russischen Truppen auch vor zivilen Zielen nicht zurückschrecken, Krankenhäuser und Schulen wurden bereits von Bomben getroffen. Rund 1, 25 Millionen Menschen sind laut UNO auf der Flucht.

Das UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte hat in der Ukraine bis Donnerstag um Mitternacht den Tod von 331 Zivilisten dokumentiert. Darunter seien 19 Kinder gewesen, berichtete das Büro am Freitag in Genf. Zudem lägen verifizierte Informationen über 675 Verletzte vor, darunter 31 Kinder.

Die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, betont stets, dass die wahren Zahlen mit Sicherheit deutlich höher liegen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchten oft Tage, um Opferzahlen zu überprüfen. Das Hochkommissariat gibt nur Todes- und Verletztenzahlen bekannt, die es selbst unabhängig überprüft hat.

NATO wirft Russland Einsatz von Streubomben vor
Die NATO warf Russland indes den Einsatz von Streubomben in der Ukraine vor. Es gebe zudem Berichte über die Verwendung weiterer Waffen durch Russland, die gegen internationales Recht verstießen, sagt NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Streubomben bestehen aus einer Vielzahl kleinerer Bomben. Sie können, in Städten eingesetzt, verheerende Folgen für die Bewohner haben. Über hundert Staaten haben diesen Waffentyp geächtet.

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