Mo, 25. Juni 2018

Liga-Showdown

25.05.2011 23:26

Salzburg nach 4:2-Sieg bei der Austria Vizemeister

Der entthronte Meister Salzburg hat in der letzten Runde der tipp3-Bundesliga noch den Vizemeistertitel erobert. Die Mozartstädter setzten sich am Mittwoch bei der Austria mit 4:2 durch und verdrängten die Wiener noch auf Platz drei. Nur ein schwacher Trost für die Violetten war, dass der Titel selbst mit einem Sieg außer Reichweite gewesen wäre. Denn Sturm siegte mit 2:1 gegen Innsbruck (siehe Infobox). Die übrigen Ergebnisse: Ried schlug Kapfenberg 2:0, Rapid besiegte den LASK 2:1, Mattersburg - Wiener Neustadt endete 1:1.

Austria Wien - Red Bull Salzburg 2:4
Torschützenkönig Roland Linz (32.) brachte die Austria entgegen dem Spielverlauf mit seinem 21. Saisontor per Kopf in Führung. Die Freude der Wiener währte aber nur kurz: Jakob Jantscher (33.) besorgte 58 Sekunden später den Ausgleich. Nach einer Gelb-Roten Karte für Julian Baumgartlinger (70.) in Unterzahl, lagen die Hausherren durch Nacer Barazite (73.) noch einmal voran. Alan (76., 83.) und Roman Wallner (79.) drehten die Partie aber noch zugunsten der Mozartstädter.

Die Austria durchlebte vor 12.500 Zuschauern in der Generali Arena ein Wechselbad der Gefühle. Zweimal durfte sie sich auf dem Weg zur Meisterschaft wähnen, waren nur ein Tor vom Titel entfernt. Nach dem 2:1 durch Barazite noch mit der Chance auf den Titel, brachen die Hausherren nach dem neuerlichen Ausgleich der Salzburger aber im Finish ein.

Dabei hatte es für die Favoritner zunächst perfekt begonnen. Der Jubel der Fans über den Ausgleich von Wacker in Graz war noch nicht verebbt, als Linz die Arena zum Beben brachte. Der aufgerückte Manuel Ortlechner bediente den Torjäger per Flanke und Linz verwertete sicher zum 1:0. Nicht einmal eine Minute später leisteten sich die Violetten aber eine Unkonzentriertheit: Der unsicher wirkende Torhüter Heinz Lindner konnte einen Alan-Schuss nicht bändigen, Jantscher staubte ab.

Gehemmte Austria
Die auf einen Sieg angewiesene Austria wirkte angesichts der Aufgabe gehemmt. Die noch um den Vizemeistertitel kämpfenden Salzburger kamen aggressiver aus der Kabine. Die Austria war hingegen zu nervös, ein geordneter Spielaufbau war zum Ärger von Trainer Karl Daxbacher kaum vorhanden.

Nach der schmeichelhaften violetten Führung schlichen sich mit dem Ausgleich der Mozartstädter, bei denen Torhüter Gerhard Tremmel als einzig ausgemusterter Profi seinen Abschied feiern durfte, wieder Fehler ins Spiel der "Veilchen" ein. 7:1 Torschüsse zur Pause für den stark auftretenden Titelverteidiger belegten Salzburgs größere Offensivbemühungen.

Der Austria gelang es nach Seitenwechsel, die Dominanz der Elf von Ricardo Moniz ein wenig auszugleichen. Die Gäste waren einem weiteren Tor durch Simon Cziommer (48./Freistoß) und einem abgefälschter Schuss von Alan (61.) aber näher. Daxbacher reagierte nach einer Stunde mit der Hereinnahme von Marko Stankovic anstelle von Peter Hlinka. Mit neuem Offensivelan schaltete die Austria auf Angriff - was zunächst auch Wirkung zeigte.

Alan beendet alle violetten Träume
In der 68. Minute scheiterte Stankovic am auf der Linie postierten Hinteregger, ehe Baumgartlinger nach wiederholtem Foulspiel von Referee Robert Schörgenhofer mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde. Barazite ließ die heimischen Fans noch einmal auf die Sensation hoffen, ehe Salzburg im Konter eiskalt zurückschlug. Alan beendete die violetten Meisterträume, ehe Wallner und erneut der Brasilianer noch für einen klaren Erfolg sorgten.

Von ihrer schlechten Seite zeigten sich nach Abpfiff noch die Austria-Fans. Nachdem die Stadiontore geöffnet waren, versuchten einige, in den Sektor der Gäste-Anhänger vorzudringen. Die Polizei verhinderte aber Schlimmeres.

LASK Linz - Rapid Wien 1:2
Rapid hat einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschied geschafft. Die Hütteldorfer gewannen auswärts gegen Absteiger LASK dank Treffern von Heikkinen (35.) und Salihi (48.) bzw. Kaufmann (4.) mit 2:1 (1:1), sicherten sich damit noch Rang fünf und feierten in der letzten Partie unter Interimscaoch Zoran Barisic nach zuletzt sechs erfolglosen Pflichtspielen wieder einen Sieg

Die Grün-Weißen kamen schon nach wenigen Sekunden zur ersten Chance, als LASK-Goalie Mandl bei einem Kopfball von Salihi sein ganzes Können aufbieten musste. Auf der Gegenseite machte es Kaufmann besser - der Linzer zog nach einer zu kurzen Kopfball-Abwehr von Sonnleitner aus 18 Metern volley ab und traf genau ins Kreuzeck. Rapid-Tormann Hedl, der den Vorzug gegenüber Payer bekommen hatte und so zu seinem Abschiedsspiel kam, blieb ohne Chance.

Der einzige wirklich gelungene Rapid-Spielzug vor der Pause führte schließlich zum Ausgleich. Drazan schlug eine weite Flanke in den Strafraum, und Saurer legte per Kopf ab für Heikkinen, der den Ball direkt nahm und zum 1:1 einschoss. Für den entscheidenden Treffer sorgte schließlich Salihi in der 48. Minute. Katzer durfte unbehelligt auf der linken Seite nach vorne marschieren, seine Flanke nickte der Albaner unbedrängt am Fünfer ein. In der zweiten Hälfte verabsäumte es Rapid, einen höheren Sieg herauszuschießen.

SV Ried - Kapfenberger SV 2:0
Ried hat vor dem ÖFB-Cupfinale gegen Erstligist Austria Lustenau noch einmal Selbstvertrauen getankt. Die Innviertler gewannen die Generalprobe gegen den Kapfenberger SV mit 2:0 (0:0) und beendeten die Saison damit als beste Heimmannschaft. In einer Partie, die für die Tabelle keine Bedeutung mehr hatte, war Ried die überlegene Mannschaft und hatte in der ersten Hälfte auch eine Riesenchance. Doch Carril vergab knapp (18.). Auf der anderen Seite wurde Torhüter Thomas Gebauer, der sein 100. Bundesliga-Spiel für Ried absolvierte, kaum geprüft.

Auch in der zweiten Hälfte waren die Rieder am Drücker, allerdings vorerst ohne Effizienz. Daher reagierte Trainer Paul Gludovatz und brachte in der 61. Minute Lexa für Royer. Es erwies sich als Goldgriff. Sieben Minute nach seiner Einwechslung traf Lexa nach einem kurz abgespielten Freistoß, Reifeltshammer fixierte in der 83. Minute den Endstand.

Mattersburg - Wiener Neustadt 1:1
Mattersburg und Wiener Neustadt haben die Saison mit einem 1:1 im Pappelstadion beendet. Tomas Simkovic hatte die Niederösterreicher in Führung gebracht (20.), Patrick Bürger gelang in der Schlussphase der verdiente Ausgleich - und das, obwohl die Hausherren ab der 13. Minute mit einem Mann weniger gespielt hatten.

Die Wiener Neustädter beendeten die Saison im letzten Spiel unter ihrem zu Rapid scheidenden Coach Peter Schöttel damit auf Platz sieben. Der Neunte Mattersburg hatte schon am 11. Mai den Klassenerhalt fixiert. Bürger stellte mit seinem 14. Saisontor auch den vereinsinternen Rekord durch Robert Waltner ein.

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