Di, 25. September 2018

Senat hat enschieden

23.05.2011 22:44

Wiener Skandal-Derby mit 3:0 für Austria gewertet

Der Strafsenat der tipp3-Bundesliga hat das am Sonntag abgebrochene Wiener Derby in seiner Sitzung am Montagabend mit 3:0 für die Austria gewertet. Rapid-Fans hatten nach dem Tor zum 2:0 der Gäste das Spielfeld im Hanappi-Stadion gestürmt und so einen Spielabbruch provoziert. Über das weitere Strafausmaß gegen den Rekordmeister wird am 1. Juni verhandelt.

Die Austria rückt damit in der Tabelle eine Runde vor Saisonende Spitzenreiter Sturm Graz wieder bis auf zwei Zähler nahe. Rapid ist nun Sechster hinter Wacker Innsbruck, da bei Punktegleichstand eine Mannschaft mit einer Strafverifizierung zurückgereiht wird. Die beiden Austria-Torschützen des Spieles, Roland Linz und Zlatko Junuzovic, werden außerdem offiziell gewertet.

Damit ist der Prozess der Spielbeglaubigung abgeschlossen, auf Rapid wartet noch ein gesondertes Strafverfahren. Die höchstmögliche Geldstrafe für die Grün-Weißen ist in den Statuten mit 50.000 Euro festgelegt, dazu wird wohl noch das eine oder andere Spiel hinter verschlossenen Türen kommen.

Edlinger: Stadionverbot auf Lebenszeit
Rapid-Präsident Rudolf Edlinger hat indes am Montag erneut bestätigt, gegen die Krawallmacher vom Sonntag hart vorgehen zu wollen. Jene Randalierer, die für den Spielabbruch gesorgt hatten, sollen in der Hanappi-Arena auf Lebenszeit Stadionverbot erhalten. Durch Kooperationen mit den anderen Bundesligisten will der Rekordmeister seine Problem-Fans auch bei Auswärtsspielen von den Stadien fernhalten.

"Hier treten die Hausrechte der einzelnen Vereine in Kraft, aber wir werden die Gespräche suchen, weil wir wirklich der Meinung sind, dass Personen, die hier ihrer Frustration, wodurch sie auch immer entsteht, freien Lauf lassen, nichts zu suchen haben", stellte der Klub-Boss klar.

"Werden massiv gegen diese Personen vorgehen"
Die Klub-Philosophie, dass die Anhänger Teil des Vereins sind, sei laut Edlinger von einer "Minderheit von Personen" schamlos ausgenutzt worden: "Und daher werden wir massiv gegen diese Personen vorgehen." Das Maßnahmenpaket soll mit Beginn der neuen Saison in Kraft treten. Der Schaden für Rapid sei für den Ex-Politiker nicht nur ein wirtschaftlicher. "Uns betrifft der Imageschaden viel mehr. Jahrelang haben wir versucht, diesen großen Verein mit seiner großen Tradition ordentlich zu führen, und dann wird das von einer Minderheit an sogenannten Fans binnen weniger Minuten zerstört."

Kuhn: Abo nur mit Lichtbildausweis
Rapids General Manager Werner Kuhn deutete an, dass es ab der kommenden Saison im Hanappi-Stadion eine Ausweispflicht und Abo-Karten nur noch mit Lichtbild geben wird. Eine weitere Konsequenz wird wohl jenen Raum im Stadion betreffen, in dem die Fans ihre Choreographien vorbereiteten und angeblich auch verbotenes Material wie Knallkörper lagerten. Diese Kammer wird den Anhängern wohl nicht mehr zur Verfügung gestellt, wie Kuhn erahnen ließ. "Hier haben wir einen Schritt zu viel gemacht", erklärte der Manager.

Das Innenministerium verrechnet dem SK Rapid für den Polizeieinsatz am Sonntag rund 25.000 Euro. 650 Beamte waren für das Spiel abkommandiert, rund 400 kamen tatsächlich zum Einsatz.

Titelentscheidung am Mittwoch
Im Titelfinish empfängt die Austria in der letzten Runde am Mittwoch Red Bull Salzburg, Sturm tritt vor eigenem Publikum gegen Wacker Innsbruck an. Sollten die Grazer in dieser Partie nur ein 1:1 erreichen und die Austria gleichzeitig 2:0 gewinnen, würde ein in der österreichischen Fußball-Geschichte einmaliger Fall eintreten: Beide Titelanwärter wären dann völlig gleichauf, was Punkte, geschossene und erzielte Tore, Siege und Auswärtssiege betrifft. Daher würde bei diesem Szenario das direkte Duell ausschlaggebend sein, und da hätte die Austria (Ergebnisse 2:0/a, 2:3/h, 2:2/h, 1:1/a) die Nase vorn.

Diskussionen um Salkic-Handspiel
Noch nicht völlig ausgeschlossen ist eine Titelentscheidung am Grünen Tisch. Rund um den 2:1-Auswärtssieg von Sturm Graz am Sonntag in Wiener Neustadt, der durch ein umstrittenes Handspiel von Wiener-Neustadt-Stürmer Edin Salkic ermöglicht worden war, wurde in Asien ein außergewöhnliches Wettaufkommen registriert (siehe Infobox). "Wir haben gehört, dass es in Asien erhöhte Wetteinsätze gegeben haben soll. In Bezug auf Österreich hat es aber keine Auffälligkeiten gegeben", erklärte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl.

Nach den Angaben von Christian Ebenbauer, dem Liga-Vorstand für Recht und Spielbetrieb, ist ein Resultat beglaubigt, sofern bis drei Tage nach dem Spiel kein Protest gegen das Ergebnis eingeht. Bei außerordentlichen Umständen - dazu würde nachgewiesene Manipulation zählen - könnte das Resultat noch einmal angefochten werden. Allerdings könnten nur die zwei beteiligten Klubs Anzeige erstatten. Daher müssten entweder die Grazer gegen den eigenen Sieg vorgehen oder die Wiener Neustädter gleichsam eine Selbstanzeige abgeben. "Das Spielergebnis wird schwer abänderbar sein", sagte Ebenbauer.

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