„Sah verheerend aus“

Tatort Großfeldsiedlung: Krimi um Tote in Wohnung

Tatort Großfeldsiedlung, Wiens bekannter Gemeindebau: Ein Nachbar stieß - wie berichtet - auf die beiden Leichen von Gabi H. (58) und einem 60-Jährigen.

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Es war in der Nacht auf Sonntag, als es Heinz (Name geändert) nicht mehr aushielt. Seit Freitag machte sich der 71-Jährige bereits große Sorgen um seine direkte Nachbarin, die schon vor vielen Jahren zu seiner besten Freundin wurde. Es war immerhin einige Tage her, dass er Gabriele H. (58) zuletzt zu Gesicht bekommen hatte. Immer wieder spähte er am Wochenende von seiner Küche aus auf ihren Balkon.

„Die Rollos und Vorhänge waren alle zugezogen, auch bei Sonnenschein“, schildert er beim „Krone“-Lokalaugenschein Sonntagfrüh in seiner Wohnung in der Großfeldsiedlung. Man sieht Heinz an, dass ihn die letzten Stunden mitgenommen haben. Als tagelang kein Licht bei „der Gabi“ brannte, entschied er sich zur Nachschau.

„Es sah verheerend aus“
In Rücksprache mit ihrer Tochter schloss Heinz mit seinem Ersatzschlüssel die Tür zu Wohnung Nummer 4 auf - und wich geschockt zurück. „Es sah verheerend aus“, so der Zeuge. Die Leiche seiner Freundin lag, mit dem Kopf Richtung Tür, am Küchenboden. Helfen konnte ihr Nachbar nicht mehr. Die 58-Jährige dürfte schon seit einiger Zeit tot gewesen sein. Die Mieterin wies Stichverletzungen am Körper, unter anderem in ihren Armbeugen, auf.

Zwei Zimmer, zwei Leichen: Hintergründe im Dunkeln
Auch in einem anderen Zimmer stieß er auf einen leblosen Körper. Der Mann saß vornübergebeugt an der Bettkante, mit einem tiefen Schnitt an seinem Hals. Laut Polizei handelt es sich um einen 60-Jährigen. Gekannt haben will Heinz den Toten nicht: „Den hab' ich bei ihr noch nie gesehen.“

Die Kriminalisten stehen im Mordalarm-Krimi vor einem Rätsel - auch Heinz wurde von der Kripo zu der Bluttat befragt. Noch ist völlig unklar, wer wen ermordet hat. Dass die „Gabi“ ihren Begleiter getötet habe und sich danach selbst das Leben nahm, ist für Heinz jedenfalls undenkbar. „In all den Jahren hat nie wer Probleme mit ihr gehabt.“

Stefan Steinkogler
Stefan Steinkogler
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